Interview Meldung

Über die Telefonrechnung kassieren Abzocker für Gespräche, die der Kunde gar nicht wollte. Thomas Bradler, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, erklärt, wie man sein Geld zurückholt.

Wie laufen die typischen Maschen?

Da steht zum Beispiel auf dem Telefon-display „Anruf in Abwesenheit“. Wer zurückruft, hört nur ein Tuten, aber es kommt vom Band, deshalb wird Geld berechnet. Oder eine SMS blinkt: „Vati ist krank, ruf mich an“. Wer netterweise Bescheid gibt, dass die falsche Nummer gewählt wurde, findet später 2,99 Euro dafür auf der Telefonrechnung. Oder es wird im Internet geworben für Gratis-Klingeltöne, Horoskope, Wetterberichte, dann aber per Telefonrechnung kassiert. Ganz übel ist der Trick mit R-Gesprächen, die zahlt nicht der Anrufer, sondern der Angerufene.

... aber doch nur, wenn er zustimmt ...

...sicher, da steht in der Werbung eine 0800er Nummer, die ist kostenlos. Es meldet sich aber nur eine Bandansage: „Alle Plätze sind belegt, dürfen wir später zurückrufen?“ Hinterlässt der Kunde seine Nummer, wird das als Einverständnis interpretiert.

Wie holen Opfer ihr Geld zurück?

Sie haben acht Wochen Zeit, die Telefonrechnung zu beanstanden. In krassen Fällen können sie bei ihrer Bank der Abbuchung widersprechen und so das Geld zurückholen. Das geht sechs Wochen lang problemlos ohne Angabe von Gründen. Allerdings sollte man den Rechnungsbetrag unter Abzug der strittigen Forderung an die Telefonfirma überweisen und ihr schreiben, warum man den Rest einbehalten hat.

Und das gibt keinen weiteren Ärger?

Das kommt drauf an. Neben dem Streit mit den Abzockern droht auch Ärger mit dem Handy- oder Festnetzanbieter. Der macht zwar meist nur das Inkasso, will aber natürlich, dass seine Rechnung bezahlt wird. Einige drohen dann mit Sperrung des Anschlusses — oft zu Unrecht, da der Anbieter die Einwendungen des Kunden gegen die Forderung auch gegen sich gelten lassen muss. Wenn der Kunde keinen wirksamen Vertrag mit dem Abzocker hat, hat auch die Telefonfirma keinen Zahlungsanspruch.

Was können Prepaid-Kunden tun, die haben das Geld ja schon bezahlt?

Die Rechtslage ist gleich. Doch wenn die Handyfirma nichts erstattet, bleibt am Ende nur der Klageweg. Am besten wenden sich Betroffene erst mal an die nächste Verbraucherzentrale.

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