Interrail: Mit der Bahn durch Europa Meldung

Seit 1972 steht Interrail für Rücksacktouristen auf Abenteuerreise. Mit einem Pass geht es einen Monat lang beliebig oft und beliebig weit mit der Bahn durch Europa. Rund sieben Millionen Menschen entdeckten so bisher den Kontinent. Zum 35. Interrail-Geburtstag haben die beteiligten Bahnunternehmen das Angebot nun gründlich überarbeitet. Perfekt ist es trotzdem nicht.

Erstmals Luxus auf der Schiene

Die gute Nachricht zuerst: Den Global-Pass für einen Monat freie Fahrt gibt es weiterhin. Die schlechte Nachricht: Er ist wieder teurer geworden. 399 Euro zahlen Reisende bis 26 Jahren, alle anderen 599 Euro. Wer bei der Schienenkreuzfahrt auf Luxus nicht verzichten möchte, kann in diesem Jahr erstmals auch erster Klasse reisen - für 809 Euro. Wer mit diesem Preis auf seine Kosten kommen möchte, muss allerdings kreuz und quer durch Europa fahren.

Nicht alles inklusive

Für kürzere Reisen bietet Interrail inzwischen auch preiswertere Tickets. So ist eine 22-Tage-Variante für 309 bis 629 Euro erhältlich. Wer in dieser Zeit nur an zehn Tagen Zug fährt, spart noch einmal zwischen 90 und 140 Euro. Im Preis enthalten sind trotzdem Bahnfahrten in allen 30 mitwirkenden Ländern, darunter auch entfernte Staaten wir Finnland, Irland und die Türkei. Für Schnell- und Nachtzüge sowie Fähren gelten vielerorts allerdings Zuschläge und Reservierungspflichten. So kostet die Strecke Berlin-Warschau im Berlin-Warszawa-Express 3,50 Euro extra. Für Nachtzüge verlangen die Bahnen zwischen 4 Euro im Sitzwagen und 150 Euro im Schlafwagen. Wer nur den reinen Interrail-Preis zahlen will, muss sich also auf teilweise langsame und Umwege fahrende Züge einstellen.

Neu aber nicht billig: Ein-Land-Pässe

Neu sind die Ein-Land-Pässe. Sie gelten einen Monat lang an 3 bis 8 Reisetagen in jeweils einem Land. Die Länder teilen sich in vier Gruppen auf: Pässe für Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Schweden sind am teuersten, Bulgarien, Mazedonien, Slowenien und die Türkei am billigsten. Drei Tage Frankreich schlagen dagegen mit 189 Euro zu Buche - kein Schnäppchen. Hinzu kommen auch hier Zuschläge und Reservierungsgebühren für den TGV. Da lohnt ein Preisvergleich: Wer einzelne Tickets kauft, kommt manchmal deutlich preiswerter weg. Denn ähnlich wie die Deutsche Bahn hält auch die französische Bahn, SNCF, günstige Fahrkarten für Frühbucher bereit. Eine Frankreichrundreise von Straßburg über Paris nach Nizza und zurück nach Straßburg gibt es schon ab 123 Euro - inklusive aller Zuschläge. Für Buchungen betreibt SNCF auch eine deutsche Internetseite.

Günstigere Länderpässe

Für manche Länder gibt es auch preiswertere Pässe als die Ein-Land-Pässe von Interrail. Beispiel England: Der BritRail Euro FlexiPass kostet für Reisende über 26 Jahren an drei Reisetagen 169 Euro. Mit Interrail bezahlen sie 20 Euro mehr für die gleiche Leistung. Noch deutlicher ist der Unterschied beim ScanRail FlexiPass. Für acht Reisetage kostet dieser in ganz Skandinavien gültige Pass 292 Euro. Mit dem Ein-Land-Pass von Interrail kosten allein acht Tage Schweden oder Norwegen jeweils 299 Euro. Für jedes weitere Land ist ein zusätzlicher Pass erforderlich. Also auch hier gilt: Preise vergleichen und nachrechnen.

Ecken und Kanten

Wer trotzdem mit Interrail auf Tour gehen möchte, sollte folgende zwei Punkte noch beachten:

  • Interrail gilt nur für europäische Einwohner. Für Touristen aus Übersee bietet Eurail noch etwas teurere Pässe an, die allerdings nur in 18 Ländern gelten.
  • Interrail-Pässe gelten nicht im Heimatland. Für die Strecke bis zur Grenze und zurück gibt es lediglich 25 Prozent Rabatt auf den Normalpreis.

Fazit: Unbegrenzte Freiheit ermöglicht Interrail nicht. Zuschläge und Reservierungspflichten erschweren eine spontane Routenplanung. In vielen Fällen gibt es preiswertere Alternativen als den pauschalen Monatspass.

Im Überblick: Preise für Interrail-Pässe

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