Cookies, E-Mail und Verschlüsselung

Internetnutzer hinterlassen ihre Spuren im Netz – auch wenn sie das gar nicht wollen. Sogenannte Cookies verraten Dritten, wer wann auf welcher Seite war. test.de erklärt, was zu tun ist und wie vertraulich die Informationen in einer E-Mail sind.

Cookies verraten viel über den Surfer

Auch ganz unbewusst und unbemerkt hinterlassen Nutzer überall im Internet ihre Spuren. Anbieter von Webseiten und Werbefirmen setzen so genannte Cookies ein, die beim Besuch der Webseite im Browser des Nutzers gespeichert werden. Mit Hilfe dieser kleinen Datensätze lässt sich der Internetnutzer erkennen, wenn er auf die besuchte Seite zurückkehrt. Mithilfe der Cookies kann sogar das gesamte Surfverhalten des Nutzers analysiert werden. Problematisch ist in diesem Zusammenhang der sogenannte „gefällt-mir“-Knopf von Facebook, den viele Internetanbieter auf Ihren Seiten installiert haben. Er kann dem sozialen Netzwerk Informationen über das Surfverhalten eines Facebook-Teilnehmers liefern – selbst wenn er den Knopf gar nicht drückt.

Tipp: Informationen und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit dem „gefällt-mir“-Knopf finden sie im Special zur Facebook-Chronik.

Was gegen Cookies hilft

Wer sich beim Surfen nicht gern auf den Bildschirm schauen lässt, sollte die Cookies im eigenen Browser von Zeit zu Zeit löschen. Alle gängigen Webbrowser bieten auch die Funktionen, dass Cookies gar nicht erst gespeichert oder direkt nach dem Schließen des Browsers automatisch gelöscht werden. Blockiert man Cookies grundsätzlich, kann das allerdings den Surfkomfort beeinträchtigen, etwa weil sich Webseiten nicht richtig aufbauen.

Tipp: Verständliche Hinweise über den Umgang mit Cookies finden Sie auf test.de unter Cookies – die wichtigsten Fragen oder auch auf der Seite www.verbraucher-sicher-online.de.

Wie man seine Spuren verwischt

Kundenkonten oder Konten bei sozialen Netzwerken oder in Diskussionsforen kann der Nutzer in den meisten Fällen deaktivieren. Das gelingt allerdings nicht immer ganz leicht, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt. Jeder zweite Internetnutzer, der so etwas schon einmal versucht hat, hat die Möglichkeit zum Löschen erst nach längerem Suchen gefunden. Und nur jeder Dritte hat den Löschvorgang als unproblematisch empfunden. Ärgerlich: Für Nutzer lässt sich kaum nachvollziehen, ob die gelöschten Daten bei dem Anbieter eines Dienstes oder beim Betreiber eines Forums auch tatsächlich verschwunden sind.

Tipp: Facebook-Nutzer beklagen häufig, dass die Seite zum Abmelden von Facebook nicht zu finden ist. Falls Sie des Dienstes überdrüssig sein sollten, finden Sie die Abmeldeseite unter https://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account.

E-Mail nicht so sicher wie ein Brief

Die E-Mail ähnelt einer Postkarte: Eine unverschlüsselte E-Mail wird im Klartext versendet und durchläuft auf dem Weg zum Empfänger eine Vielzahl von Rechnern und Datenleitungen. Theoretisch können alle, die mit dem Versand beschäftigt sind, die E-Mail lesen. Auch die an die E-Mail angehängten Dateien sind nicht sicher, sondern leicht einsehbar.

Tipp: Wenn Sie vertrauliche Informationen per E-Mail senden wollen, sollten sie sich mit der Verschlüsselung von E-Mails beschäftigen. Zwei gängige Verschlüsselungsprogramme sind GnuPG (GNU Privacy Guard) und PGP (Pretty Good Privacy). Sie gelten als sicher und sind leicht zu bedienen. Allerdings muss auch der Empfänger die Verschlüsselungsmechanismen nutzen. Um die Verschlüsselungsfunktionen dieser Programme direkt in Ihrem E-Mail-Programm nutzen zu können, müssen Sie die passenden Erweiterungen installieren. Es gibt sie allerdings nicht für jedes E-Mail-Programm. GnuPG ist freie Software, die Sie im Internet kostenlos herunterladen können. Informationen über die Verschlüsselungstechnologien und ihre Anwendung finden Sie unter anderem bei den Datenschutzbehörden.

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