Internetsicherheit Meldung

Wer im Internet surft, hinterlässt ungewollt Spuren. Passworte sind leichter zu knacken, als man denkt. Und ob beim Onlinebanking die sensiblen Daten auch wirklich durch sichere Leitungen fließen, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Der 7. Februar ist „Safer Internet Day“ – und test.de gibt Tipps zum sicheren Surfen im Internet.

So muss ein sicheres Passwort aussehen

Auch wenn man sich das als Laie kaum vorstellen kann: Ein einfaches Passwort zu knacken, ist für Hacker eine leichte Übung. Ein sicheres Passwort ist deshalb ausreichend lang – mindestens acht Zeichen – und sollte sowohl Großbuchstaben als auch Kleinschreibung enthalten. Wichtig außerdem: Das Passwort sollte Sonderzeichen, wie zum Beispiel Frage- oder Ausrufezeichen und Zahlen enthalten. Keinesfalls sollten Nutzer ihren eigenen Namen, verwendete Nutzernamen oder naheliegende Worte wie die Namen der Kinder oder Enkel verwenden, wenn diese allgemein bekannt sind. Für die verschiedenen Dienste – wie zum Beispiel Onlinebanking und Onlineshopping – sollten verschiedene Passwörter genutzt werden. Eselsbrücken und Merksätze helfen dabei, sich die unterschiedlichen Kombinationen zu merken.

Tipp: Speichern Sie Ihr Passwort nicht unbedacht, wenn Sie Ihr Browser bei der Anmeldung auf einer Seite dazu auffordert. Das sollten Sie nur tun, wenn Sie sicher sind, dass kein Unbefugter an Ihren Rechner kommt. Vergessen Sie – besonders im Internetcafé – nicht, sich nach der Nutzung von Diensten wieder auszuloggen. Empfehlenswert ist es zudem, wenn Sie an öffentlich zugänglichen Rechnern die so genannte Browserhistory löschen. Sie zeigt die Webseiten an, die Sie besucht haben und lässt sich einfach über das Browsermenü löschen.

Sichere Übertragung sensibler Daten

Onlinebanking und Internetgeschäfte, bei denen die Kontodaten abgefragt werden, müssen über besonders gesicherte Internetseiten abgewickelt werden. Banken und Onlineshops übertragen diese sensiblen Daten meist – aber nicht immer – verschlüsselt. Diese sicheren Datenübertragungswege heißen SSL oder TLS. Ob die Daten tatsächlich über so einen sicheren Weg gehen erkennen Nutzer daran, dass die aktuelle Webadresse mit https:// beginnt oder ein kleines Vorhängeschloss im Browser angezeigt wird.

Tipp: Wenn Sie Ihre Bankgeschäfte beziehungsweise den Onlinekauf erledigt haben, loggen Sie sich über den dafür vorgesehen Button aus und schließen Sie danach die Webseite des Anbieters. Sonst könnte ein Unbefugter Ihre Sitzung übernehmen und von Ihrem Account aus Geschäfte tätigen. Die Stiftung Warentest hat untersucht, welche Verfahren für das Onlinebanking sicher sind.

Virenschutz und aktuelles Betriebssystem

Beim Onlinebanking besteht zwischen dem eigenen Computer und dem Rechner der Bank eine Verbindung über das Internet. Deshalb sollte der eigene Computer über ein abgesichertes Betriebssystem verfügen. Bekannte Betriebssysteme sind zum Beispiel Windows, Linux und Mac OS. Diese werden ständig weiterentwickelt. Wenn die Programmierer Fehler und Sicherheitslücken entdecken, werden vom Hersteller Aktualisierungen des Systems angeboten.

Tipp: Diese sogenannten Updates werden meist automatisch beim Neustart des Computers angezeigt. Achten Sie darauf, dass Ihr System auf dem neusten Stand ist. Schauen Sie auch, ob ihr Webbrowser vernünftig konfiguriert ist, sprich: Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Browsereinstellungen anzuschauen und die vorgegebenen, teilweise freizügigen Einstellungen anzupassen. Schließlich sollte Ihr Rechner über aktuelle Virenschutzprogramme und eine so genannte Firewall verfügen. Gute Virenschutzprogramme gibt es sogar kostenlos.

Digitale Spuren im Internet

Jeder Internetnutzer gibt ständig Informationen über sich preis – meist schon durch die eigenhändige Eingabe: Die Adresse beim Onlineshop, den Status im sozialen Netzwerk, das liebste Kochrezept beim Feinschmecker-Forum. Um nicht allzu gläsern zu sein, gilt deshalb: Mitunter ist weniger mehr. Internetnutzer sollten sparsam sein mit Auskünften über sich selbst.

Tipp: Fragt Sie zum Beispiel der Shopbetreiber nach Kontodaten, obwohl Ihre Bestellung „auf Rechnung“ geliefert werden soll, dann geben Sie die Daten nicht preis. Sie sind für die Bestellung nicht notwendig.

Zurückhaltung in sozialen Netzwerken

Informationen aus sozialen Netzwerken sollten nicht jedermann zugänglich sein. Wer bei Netzwerken wie Facebook mitmacht, sollte sich die Privatsphäre-Einstellungen seines Nutzerkontos in Ruhe ansehen und im Zweifel den Blick auf private Bilder und Meldungen beschränken. Häufig sind die Systeme sozialer Netzwerke in der Grundeinstellung sehr freizügig eingestellt, das heißt: Möglicherweise kann zunächst einmal jeder – und nicht nur der Freundeskreis – sehen, was Nutzer von sich preisgeben. Aktuelles Problem bei Facebook: Hier wird die Ansicht der Nutzerdaten in diesen Tagen für alle Teilnehmer verändert. In der neuen „Chronik-Ansicht“ sind dann auch ältere Beiträge für andere Nutzer leichter auffindbar.

Tipp: Was Sie als Facebook-Nutzer tun sollten, wenn auch Ihr Konto auf die „Chronik“ umgestellt wird, steht im aktuellen Special von test.de.

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