Internetsicherheit Test

Windows-Rechner brauchen Schutz. Was leisten teure Sicherheitspakete, was Gratisprogramme?

Das Internet steckt voller Gefahren: Kaum verbindet man seinen Rechner mit dem Netz, versuchen sich Schadprogramme aller Art einzu­schleichen. Ob über infizierte E-Mail-Anhänge, präparierte Websites oder über ungeschützte Netzwerkverbindungen – haben sich Viren, Würmer oder Trojaner einmal eingenistet, können sie Daten vernichten, den Rechner ausspionieren oder für kriminelle Zwecke einspannen (siehe „Schadsoftware“). Ein großes Angebot an Software verspricht Schutz vor den Eindringlingen. Wir haben 13 umfangreiche Sicherheitspakete und vier kleinere kostenlose Schutzprogramme getestet und beantworten die wichtigsten Fragen rund ums Thema Sicherheitssoftware: 

Brauche ich überhaupt Sicherheitssoftware?

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Trojanische Pferde tummeln sich besonders auf Tauschbörsen.

Wer mit einem Windows-PC ins Internet geht, sollte ihn unbedingt gegen Schadsoftware sichern. Für kein Betriebssystem gibt es mehr Schadprogramme als für Windows, ständig kommen neue hinzu. Andere, weniger verbreitete Betriebssysteme wie Apples Mac OS X gelten als deutlich weniger virengefährdet. Doch auch Mac-Nutzer sollten sich an die Grundregeln für die Internetnutzung halten (siehe „Computersicherheit“).

Was leisten Sicherheitspakete?

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Der Zugang zum Internet sollte von Virenwächtern und Firewall bewacht werden.

Sicherheit erreicht man nicht allein mit Software. Entscheidend ist, dass man sich als Internetnutzer insgesamt umsichtig verhält. Schutzprogramme sind hier nur eine – notwendige – Ergänzung. Der Umfang der getesteten Pakete ist verschieden. So enthalten die meisten auch Spam-Filter, die unerwünschte Massenmails aussortieren, oder Kinderschutzfunktionen, mit denen sich zum Beispiel bestimmte Websites sperren lassen. Unser Test konzentriert sich aber auf die zwei wesentlichen Schutzfunktionen, die alle Pakete bieten: erstens den Virenschutz, der den Festplatten- und Arbeitsspeicher des Rechners nach schädlicher Software durchsucht, und zweitens die sogenannte „Firewall“, die den Datenverkehr zwischen PC und Internet überwacht.

Welches Paket hat den besten Virenschutz?

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Zu Beginn muss die Firewall lernen, welche Programme ins Internet dürfen.

Zu Beginn muss die Firewall lernen, welche Programme ins Internet dürfen.

Die höchste Trefferquote bei der Suche nach Computerschädlingen aller Art haben die Programme von G Data, F-Secure, Kaspersky und Steganos: Ihnen entgeht kein einziges der fast 1 000 Schadprogramme in unserem Test! Alle vier verwenden übrigens die Suchtechnik von Kaspersky. G Data nutzt zusätzlich noch eine zweite. G Data und F-Secure brauchen fürs Durchsuchen der Festplatte etwas länger als Kaspersky und Steganos. „Guten“ Virenschutz leisten außerdem noch die Sicherheitspakete von Avira und Softwin und die beiden kostenlosen Viren-Scanner. Am schwächsten schneiden bei der Virensuche die Programme von CA, Panda und Trend Micro ab. Sie tun sich besonders schwer beim Auffinden neuerer trojanischer Pferde und Backdoors (siehe „Schadsoftware“).

Wie gut schützt ein gutes Antivirenprogramm?

Auch das beste Virenschutzprogramm nützt wenig, wenn man es nicht immer auf dem neuesten Stand hält. Täglich tauchen neue Schädlinge auf. Daher müssen auch die sogenannten Virensignaturen – Steckbriefe bekannter Schädlinge – ständig aktualisiert werden. Meist kann der Nutzer selbst einstellen, wie oft das Virenschutzprogramm automatisch nach neuen Signaturen suchen soll. F-Secure, G Data, Kaspersky und Steganos sind bereits auf stündliche Updates voreingestellt, was bei Vielsurfern mit Dauerverbindung ins Netz sinnvoll ist. Wählt man sich nur ab und zu per Modem ein, reichen auch tägliche Updates.

Was macht eigentlich eine Firewall?

Eine Personal Firewall („persönliche Brandschutzmauer“) schirmt den Rechner zum einen gegen Angriffe von außen ab. Zum anderen überwacht sie den Netzwerkverkehr ins Internet. So soll sie verhindern, dass Schädlinge, die sich eventuell erfolgreich am Virenschutzprogramm vorbeigemogelt haben, eine Verbindung ins Netz aufbauen und sich weiterverbreiten oder Kontakt mit ihrem Auftraggeber aufnehmen. Damit die Firewallprogramme neben der Schadsoftware nicht auch den eigenen Internetbrowser oder das E-Mail-Programm vom Internet abschneiden, haben sie meist einen Lernmodus, in dem ihnen der Nutzer beibringt, welche Programme nach außen kommunizieren dürfen. Das muss die Firewall erst lernen.

Welche Firewall ist am besten?

Die sicherste Firewall im Test ist eindeutig die von G Data. Sie schirmt den Rechner komplett nach außen ab und lässt sich weder von einem auf den PC geschmuggelten Backdoorprogramm umgehen noch von Unbefugten abschalten. Eher schwach fallen dagegen die Firewall-Komponenten der Avira- und Grisoft-Pakete aus. Die beiden kostenlosen Firewalls sind einfacher ausgestattet als die der Sicherheitspakete und leisten nur „befriedigenden“ Schutz.

Wie leicht kann man die Programme bedienen?

Die umfangreichen Sicherheitspakete müssen eine große Fülle teils sehr komplexer Funktionen unter einer möglichst einfachen Benutzeroberfläche unterbringen. Verglichen mit früheren Tests gelingt das den meisten Programmen inzwischen recht gut. Nur das Paket von Grisoft verwirrt mit zwei verschiedenen Hauptfenstern. Aber auch eine übersichtliche Oberfläche ändert nichts daran, dass Computersicherheit ein komplexes Thema ist. Gerade das Einrichten einer Firewall verlangt vom Nutzer, dass er sich mit der Materie genauer auseinandersetzt.

Wie gut sind die Handbücher?

Hier gehen die Anbieter sehr unterschiedliche Wege. Ein gedrucktes Handbuch liefern F-Se­cure, G Data, Kaspersky, Trend Micro, Softwin und Symantec. Andere legen nur eine Kurzanleitung zur Installation bei oder bieten ausschließlich ein elektronisches Handbuch im PDF-Format. Alwil, Ashampoo und CA verzichten komplett auf eine separate Dokumentation und setzen ganz auf die programminterne Hilfefunktion. Wenn die Programmhilfe gut aufgebaut ist und zu jeder Einstellmöglichkeit und Warnmeldung verständliche Anleitungen und Erklärungen liefert, kann das für den Anwender durchaus eine brauchbare Lösung sein. Die Hilfe von alwil ist allerdings trotz eingedeutschter Programmoberfläche nur auf Englisch verfügbar und bekommt darum ein „Mangelhaft“.

Welche Schutzprogramme im Test laufen auf meinem Rechner?

Alle im Test funktionieren mit Windows XP, die meisten auch mit Windows 2000. Welche Produkte noch ältere Versionen des Betriebssystems unterstützen, sehen Sie in der Tabelle „Internetsicherheit“. Viele der üppigeren Pakete stellen allerdings hohe Anforderungen an die Hardware. Am ressourcenhungrigsten zeigt sich das von McAfee, das im Betrieb fast 170 Megabyte Hauptspeicher frisst und den Hauptprozessor mit 20 verschiedenen Prozessen belastet. Doch auch die Programme von F-Secure, Symantec und der Testsieger von G Data benötigen viel Speicher- und Prozessorkapazität und verlangsamen dadurch besonders ältere Rechner spürbar. Wessen PC nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik ist, der wählt besser ein ressourcenschonenderes Programm, beispielsweise das von Softwin.

Was kosten die Programme?

Die Preise der Sicherheitspakete liegen zwischen 35 und 75 Euro. Meist bekommt man dafür eine einjährige Lizenz für einen PC. Nur die Lizenzen von Softwin, Trend Micro und Panda umfassen von vornherein mehrere Rechner, die von Softwin gilt zudem für zwei Jahre. Bei den anderen gibt es Mehrplatzlizenzen meist gegen Aufpreis.

Bieten auch kostenlose Programme genügend Schutz?

Die beiden Gratis-Virenschutzprogramme schneiden im Test „gut“ ab, die Firewalls funktionieren aber nur „befriedigend“. Wer nur gelegentlich im Internet surft und sich von zwielichtigen Websites und Software-Tauschbörsen völlig fernhält, ist etwa mit einer Kombination von Antivir Classic und der kostenlosen ZoneAlarm-Firewall immerhin besser geschützt als mit den schlechteren unter den kostenpflichtigen Paketen. Doch wer regelmäßig länger online geht, sollte die Kosten für ein gutes Sicherheitspaket nicht scheuen.

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