Internetradio und -fernsehen Meldung

Viele Computer werden immer noch hauptsächlich als elektronische Schreibmaschine genutzt. Dabei haben die digitalen Diener viel mehr drauf. Zum Beispiel Multimedia-Power: Sound ist heute Standard. Wer mehr will, braucht eine TV-/Radiokarte. Die verwandelt die Textverarbeitungsmaschine in einen Fernseher und Radio. All-in-One: Tippen, Surfen, Gucken und Hören.

Empfangsgerät Computer

TV-Karten ohne Radio-Tuner gibts schon ab 50 Euro. Interessant wirds aber erst, wenn die Hardware-Komponente beides empfängt. Gute TV-/Radiokarten sind ab 120 Euro erhältlich. Einige davon können sogar als Satellitenreceiver eingesetzt werden. Wenn die Karte digital empfangen soll, kostet sie über 300 Euro. In der Regel werden TV-/Radiokarten als PCI-Steckkarte verkauft. Der Einbau ist einfach und funktioniert wie bei einem Modem: Computer aufschrauben, Karte einstecken, wieder zuschrauben, den Rechner starten und die Software installieren. Bei einigen Karten bleibt dem Käufer der Einbau erspart, weil sie als kleine Box extern per USB angeschlossen werden. Dann steht zwar ein kleines Gerät mehr im Zimmer rum, dafür muss der Rechner nicht aufgeschraubt werden. Antennenkabel in die neue Karte stecken und schon funktioniert der Monitor auch als Fernsehbildschirm und die PC-Lautsprecher als Radioboxen.

Surfende Empfänger

Computerbesitzer, denen die TV-/Radiokarte zu teuer ist und eigentlich nur Radio hören wollen, gehen am besten zum Lauschen ins Internet. Voraussetzung ist allerdings, dass sie über eine Flatrate verfügen, also einen ausschließlich pauschal abgerechneten Internetzugang. Radiostationen bieten häufig ihr Programm auf ihrer Homepage an. Unter radionet sind beispielsweise 41 Sender der ARD per Mausklick hörbar. Internetradio funktioniert per Live-Streaming. Das bedeutet, dass der Surfer mit dem Real-Player oder Windows-Media-Player online das gleiche Programm hört, wie er es auch per Antenne empfängt. Nur eben digital. Die Qualität im Internet ist ähnlich gut wie beim Antennenempfang. Fernsehsender bieten dagegen keine Vollprogramm live im Netz, sondern nur einzelne Sendungen. Hauptgrund: Ton und Bild brauchen die drei bis vierfach höhere Datenmenge. Dies mindert die Qualität des Internetfernsehens und ist zurzeit keine Alternative zum klassischen Empfang.

GEZ guckt genau hin

Die GEZ unterscheidet noch zwischen PCs mit Internetanschluss und TV-/Radiokarte. Rüstet der Computerfreak seinen PC mit der Steckkarte auf, dann gilt diese Zusatzkompenente laut GEZ als „Rundfunkempfangsteil“ und das Ganze als „Rundfunkempfangsgerät“. Teure Metamorphose: Der Wandel vom Rechner zum Fernseher und Radio kostet monatlich 16,15 Euro, denn der Computer muss nun bei der GEZ angemeldet werden. Es sei denn, im Haushalt wird schon für einen Fernseher bezahlt, dann gilt der umfunktionierte Monitor als Zweitgerät. Baut ein Arbeitnehmer in seinen Bürorechner eine Karte ein, dann muss dieser zusätzlich angemeldet werden. Radiohörer im Internet können bis Ende 2004 die GEZ noch legal umsurfen.

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