Internetprovider Test

Surfen Sie jetzt für 0,- Euro im Monat: In der DSL-Werbung herrschen bereits paradiesische Zustände. Tatsächlich ist DSL aber nicht billig sondern schnell. Flatrate, DSL und Telefonanschluss summieren sich meist auf über 40 Euro im Monat. Dafür fließen die Daten bis zu 300-mal schneller als bei ISDN. Doch wie viel Internet soll es sein: zwei, sechs oder 20 Megabit pro Sekunde? Ein Komplettpaket mit Weblaufwerk, Virenschutz und eigener Homepage oder der Internetzugang pur? Wer hat den besten Service? Die schöne Alice, das weltmeisterliche T-Online, Arcor, Versatel oder AOL? Im Test: 15 Internetprovider für DSL. test.de zeigt die besten Anbieter und gibt Tipps in Sachen DSL.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Internetprovider

T-Online ist teuer

Unbegrenzt surfen für nur 9,95 Euro im Monat. Die ersten drei Monate sind kostenfrei. Rasend günstig: T-Online macht derzeit ordentlich Werbung für seine DSL-Flatrate. Dabei ist das Angebot des WM-Sponsors nicht so weltmeisterlich wie es scheint. Zumindest nicht beim Preis. Mit 9,95 Euro gehört T-Online zu den teuersten Anbietern von DSL. Nur 1&1 verlangt für seine Flatrate ebenso viel. Die meisten anderen Internetprovider sind ein paar Euro günstiger. Bei Strato und AOL gibt es das grenzenlose Surfen schon für knapp fünf Euro im Monat. Versatel bietet seine Flatrate sogar für 0,- Euro an.

0,- Euro ist nicht kostenlos

Klingt toll, ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Zum Preis der Flatrate kommt die Grundgebühr für den DSL-Anschluss. Bei Versatel 15 Euro im Monat, bei T-Online 19,99 Euro. Obendrauf kommt dann noch die Grundgebühr für den Telefonanschluss. Hier gibt es zwei Varianten: Flatrates mit Festnetzanschluss der Telekom (T-Com) und Flatrates mit Festnetzanschluss über eine andere Telefongesellschaft. Telefongesellschaften wie Hansenet, Arcor oder Versatel sind meist etwas billiger als die Telekom. Nachteil: Bei diesen Anbietern gibt es keine billigen Call-by-Call-Gespräche. Wer oft ins Ausland telefoniert, sollte nicht auf Call-by-Call verzichten. Gleiches gilt für Gespräche vom Festnetz zum Handy: Call-by-Call-Anbieter sind hier am billigsten. Die Sparvorwahlen funktionieren aber nur im Festnetz der Telekom.

32-mal schneller als ISDN

Ob Telekom oder andere Telefongesellschaft: Der schnelle Zugang ins Internet setzt einen DSL-fähigen Telefonanschluss voraus. Welche Anschlüsse dazugehören, verraten die Internetprovider auf ihren Webseiten. Bisher sind vor allem Ballungsräume und Großstädte mit DSL-fähigen Leitungen versorgt. Das Datensignal flutscht über die Telefonleitung ohne sie zu blockieren. Im Klartext: DSL-Nutzer können gleichzeitig surfen und telefonieren. Die Internetprovider bieten DSL-Anschlüsse mit verschiedenen Geschwindigkeiten an. Bis zu 20 480 Kilobit pro Sekunde sind derzeit möglich. Gängig sind heute 2 048 Kilobit pro Sekunde. Zum Vergleich: ISDN liefert gerade mal 64 Kilobit pro Sekunde. Zwei Megabit DSL-Anschlüsse sind also 32-mal schneller. Die Stiftung Warentest hat 15 Internetprovider mit solchen Anschlüssen getestet.

Alice gibt wenig Rat

Fazit: Die DSL-Verbindung ist bei fast allen Anbietern sehr gut. Bei Tiscali, debitel und Tele2 ist sie gut: Hier liefen die Daten ab und an etwas langsamer als gewohnt. Groß sind die Unterschiede dagegen beim Service. Beispiel: GMX und Alice. GMX berät gut und hilft auch DSL-Einsteigern über technische Hürden. Alice ist mangelhaft und zeigt Anfängern eher die kalte Schulter. Die schöne Alice – personifiziert durch das italienische Model Vanessa Hessler – lächelt zwar recht aufreizend von Werbeplakaten, ist aber keine gute Ratgeberin. Mit den Antworten der Hotline waren die Tester jedenfalls nicht zufrieden. Ein Gespräch mit der technischen Hotline kostet obendrein 5,99 Euro. Laut Werbung soll die Hotline kostenlos sein.

GMX mit gutem Service

Auch bei der Beantwortung von E-Mails gibt sich Alice wenig Mühe. Die DSL-Marke von Hansenet brauchte im Test bis zu fünf Tage für eine Antwort. Dünn sind die Auskünfte obendrein. Eine E-Mail wurde gar nicht beantwortet. Anders bei GMX. Das Schwesterunternehmen von 1&1 antwortete im Test binnen weniger Stunden – freundlich und gut. Die Komfortleistungen von GMX sind wiederum dünn: Software und Zusatzleistungen gehören nicht zum Paket. Kein Weblaufwerk und keine eigene Homepage. Auch der Virenschutz kostet extra: 4,99 Euro im Monat.

Tele2 mit üblen Klauseln

Ein kritisches Auge lohnt sich auch beim Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter. Bei Tele2 zählten die Juristen der Stiftung Warentest gleich 18 unwirksame Klauseln. Das ist mangelhaft. Besonders übel: Das Unternehmen verlängert den Vertrag pauschal um die festgelegte Vertragslaufzeit, wenn der Kunde nicht rechtzeitig zum Ende der Laufzeit kündigt. Im Klartext: Wer für 24 Monate unterschreibt, soll 48 Monate zahlen, wenn er nicht bis zum Ende des 21. Monats gekündigt hat. Das ist unzulässig. Der DSL-Vertrag darf nach der Mindestlaufzeit von 24 Monaten höchstens jahresweise verlängert werden. Auch die Geschäftsbedingungen von Strato und Tiscali sind mangelhaft. Sie enthalten viele unwirksame Klauseln.

Testsieger T-Online

Annehmbar sind die Verträge dagegen bei T-Online und 1&1. Sie bieten gleichzeitig die besten Internetpakete. Hier gibt es viel Leistung fürs Geld: Mailbox, Weblaufwerk zum Speichern von Daten im Netz, eigene Homepage, Anti-Viren-Software und Kinderschutz sind inklusive. T-Online und 1&1 beraten befriedigend. Zumindest am Telefon – per E-Mail nur ausreichend. Handbuch und Onlinehilfe sind dagegen sehr gut. Insgesamt eine gute Wahl, vor allem für DSL-Einsteiger.

Aktionstarife billiger

Ebenfalls gut sind freenet, GMX und AOL. AOL hat auch das günstigste bundesweite Angebot: Die Flatrate für 4,99 Euro. Noch billiger sind Aktionstarife und regionale Sonderangebote. Diese City-Flatrates gibt es nur für bestimmte Regionen – je nach Anbieter. Schauen Sie auf die Webseiten der gewünschten Internetprovider und beachten Sie die Tipps.

Flatrate: Ein Preis für Telefon und Internet

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