Internetforen Ratschläge von Quacksalbern

27.04.2006

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor anonymen Arzneimittelberatern in Internetforen.

Internet. Etwa jeder fünfte Bundesbürger nutzt Internetforen als Einkaufsberater für rezeptfreie Arzneimittel. Dort tun vor allem Laiendoktores ihre Meinung kund. Etwa 300 neue „Erfahrungsberichte“ werden täglich allein bei yopi ins Netz gestellt. dooyoo zählt mehr als 450 000 Schreiber.

Riskante Infos. Viele Laienmeinungen, so bei dooyoo, ciao oder yopi, können sich „als äußerst tückisch, sogar als gefährlich erweisen“, warnt Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Mit ein paar Klicks anmelden, einige Minuten auf Freischaltung warten: Schon kann der Nutzer anonym unter Kürzeln fast ungehindert seine Ansichten kundtun.

Honorare. Oft erhalten Hobbymediziner sogar ein Honorar. Wenn dem Hersteller Laienmeinungen zu seinem Produkt wichtig sind, zahlt ciao zum Beispiel zwischen einem halben und zwei Cent für einen mindestens 120 Worte umfassenden Testbericht – immer wenn ein anderes ciao-Mitglied die Kaufberatung als „(sehr) hilfreich“ einstuft. Entgelte oder Prämien bieten auch andere Foren. Verbraucherschützer Wolfgang Schuldzinski: „Die Medikamentenecken in Internetforen müssen geschlossen werden.“

27.04.2006
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