Wegen der Anonymität beim Einkaufen im Internet verlangen Onlinehändler vom Käufer meist die Angabe der E-Mail-Adresse, teilweise auch das Passwort. Doch diese Daten sind kein ausreichender Beweis für die Identität des Bestellers, urteiltedas Amtsgericht Erfurt (Az. 28 C 2354/01). Aus Verkäufersicht steht die Rechtssicherheit bei Onlinekäufen damit infrage.

Ein Verkäufer forderte vor Gericht 655 Mark für einen Diamantring, den ein Käufer bei einer Internetauktion unter Angabe des Passworts des Beklagten ersteigert hatte. Die zum Passwort gehörende E-Mail-Adresse erfuhr der Verkäufer vom Auktionator. Der Inhaber der Adresse stritt allerdings ab, den Ring ­ersteigert zu haben. Das Gericht wies die Zahlungsklage deshalb ab.

Die Angabe der E-Mail-Adresse in Verbindung mit dem Passwort sei kein ­ausreichendes Indiz dafür, wer an der Auktion teilgenommen habe. E-Mail-Adressen seien „jedermann bekannt“ und insofern kein hinreichender Beweis für den konkreten Absender. Ähnliches gelte für das Passwort, das sich auch ein Unbefugter verschafft haben könnte.

Am Rande der Entscheidung verwies das Gericht darauf, dass es die zusätzliche Angabe einer nur einmal verwendbaren Transaktionsnummer (Tan) – üblich etwa bei Onlinebanking – für einen eindeutigen Beweis hält.

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