Internetbank first-e Meldung

Die französische Internetbank first-e ist weg. Die Kunden haben jetzt anderswo ihr Konto. Das hat auch andere Anleger verunsichert. Finanztest sprach mit Dietmar Vogelsang, vereidigter Sachverständiger für Kapitalanleger.

Können Verbraucher, die bei anderen ausländischen Banken anlegen, sicher sein, dass ihnen so etwas nicht passiert?

Vogelsang:

Hierfür gibt es keine Sicherheit. first-e hat, wie viele der in Deutschland ansässigen ausländischen Banken auch, mit über dem Marktdurchschnitt liegenden Zinskonditionen gelockt. Diese Angebote kann sich eine Bank nur leisten, wenn sie die höheren Zinsen entweder kurzfristig als PR-Aktion durchführt oder aber sich ihr Geld nicht wie üblich am Geldmarkt beschafft, sondern durch risikoorientierte Geschäfte zum Beispiel der Exportfinanzierung. Hier existiert ein größeres Risiko, es gibt aber auch höhere Zinsmöglichkeiten für die Bank.

Aber diese internen Informationen sind doch dem Anleger gar nicht zugänglich?

Vogelsang:

Das stimmt. Um sicher zu sein, sollte der Anleger die Entwicklung neuer Banken erst einmal zwei bis drei Jahre beobachten und dann erst sein Geld dort anlegen.

Und was kann der Anleger sonst noch tun?

Vogelsang:

Auf der sicheren Seite ist der Verbraucher immer, wenn er nicht mehr Geld anlegt, als die Einlagensicherung der ausländischen Bankniederlassung vorschreibt. Bei vielen Banken sind dies 20.000 Euro. In diesem Fall geht der Anleger kein Risiko ein.

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