Internetauktionen Meldung

Gibt der Verkäufer bei Internetauktionen keinen Mindestpreis an, muss er auch ein niedriges Höchstgebot akzeptieren und die Ware liefern. Denn Internetauktionen sind verbindlich, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az. 2 U 58/00, nicht rechtskräftig).

Mindestens 39.000 Mark wollte ein Autohändler beim Verkauf über www.ricardo.de für einen nagelneuen VW Passat mit vielen Extras erzielen. Doch er vergaß, einen Mindestpreis anzugeben. Also erteilte Ricardo schon beim Höchstgebot von nur 26.350 Mark automatisch den Zuschlag an Bieter Michael Kniess. Kniess Freude über das Schnäppchen war so groß wie das Erschrecken des Verkäufers, der plötzlich nichts mehr von dem Geschäft wissen wollte.

Der Händler konnte sich zunächst freuen, als das Landgericht Münster die Auktion noch als unverbindliche Aufforderung zum Bieten ansah. Doch nun lacht Michael Kniess, denn das Berufungsgericht in Hamm stellte fest: Wer Waren wie ein Auto nicht "zum Schleuderpreis" veräußern will, muss ein Mindestgebot angeben. Tut er das nicht, dürften Kunden davon ausgehen, dass er mögliche Verluste bewusst in Kauf nehmen will. Wegen der besonderen Bedeutung des Falles hat das Oberlandesgericht aber den Gang zum Bundesgerichtshof zugelassen.

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