Ein Preis fürs Surfen und Telefonieren, egal wie lange und wie oft. Die Kombiangebote können attraktiv sein. Anrufe aufs Handy und ins Ausland kosten aber extra.

Die Kollegin wettert: „Das geht so nicht weiter. Jeden Monat mindestens 100 Euro an die Telekom, manchmal sogar mehr, dazu noch die Handyrechnungen. Meine Schmerzgrenze ist erreicht.“ Sie fragt in der Runde nach Alternativen. „Ich bin zu allem bereit, wenn meine Familie beim Surfen und Telefonieren nur richtig sparen kann!“

Der Frau kann geholfen werden: mit einem Komplettpaket für Internet und Telefon. Sie bezahlt einen festen Preis pro Monat – egal wie lange, wie viel und wie oft die Familienmitglieder im Internet surfen und ins Festnetz telefonieren.

Flatrate (englisch für Pauschale) heißen solche Angebote. In diesem Fall ist es eine Doppelflatrate.

Mehr Auswahl in großen Städten

Rundum-sorglos-Pakete gibt es bei Komplettanbietern, die ein eigenes Telefonnetz haben, zum Beispiel bei der Telekom, bei Arcor, Alice und Versatel. Kunden, die sich für einen dieser Anbieter entscheiden, wechseln mit ihrem Telefonanschluss dorthin. Sie bekommen dann alle Kosten auf einer Rechnung präsentiert und haben bei Problemen nur einen Ansprechpartner. Wir haben uns in der Tabelle auf diese vier Anbieter beschränkt.

Für eine Doppelflatrate von diesen Komplettanbietern müssen die Nutzer derzeit zwischen 35 und gut 50 Euro im Monat bezahlen.

Den Telefonanschluss wechseln können aber nur Menschen in Ballungsräumen wie Hamburg oder Berlin. Denn die Telekom-Konkurrenten sind nicht überall verfügbar. Wo sie vertreten sind, ist leicht auf ihren Internetseiten zu ermittlen.

Für die anderen bleiben die Pakete der Telekom. Sie können zwar vergleichbare Angebote auch von DSL-Resellern (Wiederverkäufer) wie 1&1 oder freenet bekommen. Die kaufen DSL-Anschlüsse der Telekom und vermarkten sie unter eigenem Namen zum eigenen Preis. Technisch telefoniert der Kunde dann über das Internet (VoIP). Bis vor kurzem brauchte er dafür trotzdem noch einen Festnetzanschluss der Telekom. Inzwischen ist es bei einigen Anbietern (freenet) regional möglich, darauf zu verzichten.

Das Angebot der Reseller ist häufig viel günstiger als die Tarife von Komplettanbietern mit eigenem Netz. Doch wenn der Kunde noch zusätzlich die monatliche Grundgebühr für den Telefonanschluss bei der Telekom bezahlen muss, kommt er fast auf ähnliche monatliche Ausgaben.

Doppelflatrates bieten neuerdings auch Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland oder regionale Kabelfirmen wie ish an. In diesen Fällen kommt alles aus einer Dose – dem Kabelanschluss, über den bisher nur Fernsehen empfangen wurde.

Der Umfang der Doppelflatrate ist bei den in der Tabelle genannten Anbietern ähnlich. Unterschiede gibt es bei der Art des Telefonanschlusses – analog oder ISDN – und in der Geschwindigkeit der Datenübertragung.

Telefon- und Internetanschluss

Kunden, die bisher einen analogen Telefonanschluss haben, müssen nicht unbedingt auf die ISDN-Technik umsteigen. Wer die bereits hat, weil zum Beispiel mehrere Familienmitglieder den Anschluss nutzen, sollte sie behalten. Alice (Alice fun) und die Telekom (Call & Surf Comfort) verlangen allerdings für ihre Doppelflatrates bei einem ISDN-Anschluss 2 und 4 Euro zusätzlich.

Voraussetzung für ein Pauschalpaket der Netzbetreiber ist neben einem Telefonanschluss immer auch eine DSL-Internetverbindung. Die ist zwar nicht bundesweit möglich, aber 90 Prozent aller Haushalte können damit versorgt werden. Auf den Homepages der Anbieter kann man schnell nachprüfen, wo der DSL-Anschluss klappt.

Wer ihn bekommt, kann für das Paket häufig die Geschwindigkeit wählen. 2 Megabit pro Sekunde reichen aus, wenn der Nutzer nur seine elektronische Post verwaltet, im Internet surft und Musik herunterlädt. Wer öfter große Dateien mit Urlaubsfotos verschickt oder sogar Filme über das Internet schaut, muss Pakete mit größeren Datenraten wählen und bezahlt dafür mehr.

Vertragslaufzeit prüfen

Für den neuen Anschluss verlangen die meisten Anbieter eine einmalige Bereitstellungsgebühr bis zu 100 Euro, aber in der Regel verzichten sie im Rahmen von Werbeaktionen darauf.

Die drohende Bereitstellungsgebühr sollte deshalb kein Grund sein, sich vorschnell für ein Angebot zu entscheiden. „Eine Verlängerung der Aktionen ist fast sicher“, hört man hinter vorgehaltener Hand.

Wichtig ist auch, wie lange sich der Kunde bei Vertragsabschluss bindet. Bei Arcor und Versatel ist die Mindestlaufzeit mit 24 Monaten am längsten. Am besten sind die Kunden in dieser Beziehung bei Alice aufgehoben. Sie können jederzeit mit einer vierwöchigen Frist zum Monatsende kündigen.

Die Hälfte gespart

Der Pauschalpreis für eine Doppelflatrate gilt nur für Telefongespräche ins deutsche Festnetz, bei der Telekom sogar nur für Telefonate im eigenen Netz. Gespräche in das Mobilfunknetz und ins Ausland sind nicht abgegolten und kosten extra.

Mit günstigen Vorwahlnummern (Call-by-Call) können bei solchen Telefonaten nur Kunden der Telekom sparen. Betreibt ein anderer Anbieter den Anschluss, ist das nicht möglich.

Anke Kirchner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, auch die Kosten der Kundenhotline nicht zu vergessen. „Sie sollte kostenlos oder zumindest günstig sein“, sagt sie. Denn wenn es beim Anbieterwechsel Kompetenzwirrwarr und Klärungsbedarf gibt, können Nachfragen teuer werden.

Die Finanztest-Kollegin jedenfalls ist wild entschlossen. „Selbst, wenn ich ein paar Euro für die Hotline bezahle. Das ist es mir wert. Ob ich zu Versatel wechsle oder das teure Telekom-Paket nehme – meine Rechnung ist künftig wenigstens nur noch halb so hoch.“

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