Internet per Satellit und Mobilfunk Test

Internet per Satellit ist teuer – mancherorts aber alternativlos: In einigen Regionen gibt es keine anderen HDSL-Anschlüsse. Internet per Handynetz richtet sich dagegen eher an urbane Nomaden, die per UMTS mit dem Notebook surfen wollen. Die Stiftung Warentest hat beide Angebote getestet.

Alternative Wege ins Netz

Der schnellste Weg ins Internet geht traditionell über eine Kabelverbindung – entweder per DSL über den Telefonanschluss oder über den TV-Kabelanschluss. Doch nicht für jeden kommen diese Lösungen infrage. Die Stiftung Warentest hat drahtlose Alternativen geprüft: Internetanschlüsse per Mobilfunk und per Satellit. Von den vier Handy­netzbetreibern schneidet dabei nur T-Mobile gut ab, O2 und Vodafone machen ihre Sache immerhin befriedigend, E-Plus nur ausreichend. Zwei der drei geprüften Satellitenanbieter sind gut: Filiago und StarDSL. SkyDSL dagegen nervte mit Chaos bei der Montage und sehr ungleichmäßigen Datenraten, dazu kommen die meisten Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Mobilfunk: Zugang für urbane Nomaden

Mobilfunk und Satellit richten sich an unterschied­liche Zielgruppen. Die Mobilfunkangebote eignen sich vor allem fürs Surfen unterwegs. Das nötige Funkmodem ist ein einfacher USB-Stick. Der kommt ins Notebook und schon kann der Surfspaß beginnen – zumindest dort, wo es schnelle UMTS-Mobilfunkverbindungen gibt. Das ist vor allem in Städten der Fall: In einem Dorf in Brandenburg schaffte im Test keiner der vier Handynetzbetreiber brauchbare Surfgeschwindigkeiten. In der Berliner Innenstadt dagegen reichten die Datenraten fürs Surfen meist völlig aus. Die Tester ermittelten aber auch Unterschiede zwischen den Netzbetreibern: E-Plus bietet zwar mit einem Monatspreis von 20 Euro die günstigste Datenflatrate – enttäuschte im Test aber mit den langsamsten Übertragungsgeschwindigkeiten.

Satellit: Teure Retter aus dem All

In manch ländlicheren Gebieten sind Satelliten-Zugänge der einzige Weg ins schnelle Internet. Diese Exklusivität lassen sich die Anbieter gut bezahlen: Eine Datenflatrate mit Download-­Geschwindigkeiten bis 2 000 Kilobit pro Sekunde kostet zwischen 70 und 90 Euro im Monat. Hinzu kommen hohe einmalige Kosten: Für Geräte, Versandkosten und Montage zahlten die Testhaushalte im Schnitt zwischen 430 und 670 Euro. Bei Filiago und StarDSL verlief die Montage von Satellitenschüssel und Modem durch die Partner der Anbieter weitgehend problemlos. Nur bei skyDSL war in allen Testhaushalten ein zweiter Montagetermin nötig.

skyDSL: Kein echter DSL-Ersatz

Die Übertragungsgeschwindigkeiten bewegten sich bei den Satellitenzugängen auf einem ähnlichen Niveau wie bei DSL-­2000-Anschlüs­sen. Allerdings brachen sie bei skyDSL immer wieder ein. Unsere Testkunden holten sich beim Anbieter Rat: Es lag an der sogenannten „Fair Use Policy“ von skyDSL. Im Klartext: Der Anbieter drosselt die Datenrate bei Extremnutzern. Solche Regelungen sind durchaus üblich. Doch im Test äußerte sich die Drosselung nur bei skyDSL so drastisch, dass die Verbindung kaum als Ersatz für einen echten DSL-Anschluss taugte.

Drosselung: Regeln oft nicht nachvollziehbar

Ein grundsätzliches Problem bei der Drosselung: Immer mangelt es an Transpa­renz. Wenn es solche Regelungen gibt, wäre es wichtig, sie dem Kunden genau zu erklären. Doch auf den Websites von skyDSL und StarDSL ist nicht herauszufinden, unter welchen Bedingungen sie die Leitung ver­langsa­men. Filiago hat auf seinen Hilfe-Seiten komplizierte Tabellen, die kaum zu durchschauen sind. Etwas nachvollziehba­rer geht es bei den Mobilfunkern zu: Laut ihren Leistungsbeschreibungen drosseln sie ab einem monatlichen Datenvolumen von 5  Gigabyte. Kunden können ihr verbrauchtes Datenvolumen online einsehen und abschätzen, wann die Drosselung greift.

AGB: Nur O2 hat keine Mängel

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen findet sich bei keinem Anbieter eine transparente Erläuterung solcher Drosselungspraktik. Auch sonst gibt es in den AGB aller Anbieter juristische Mängel. Glorreiche Ausnahme: O2. Hier geht alles mit rechten Dingen zu. Die anderen Anbieter wollen zum Beispiel Rechnungen sofort fällig stellen, ohne dem Kunden genügend Zeit zur Prüfung zu geben. Oder sie wollen Anschlüsse bei Zahlungsverzug sperren, ohne die Voraussetzungen für eine solche Sperre klarzustellen. Zuweilen verweisen Anbieter auch auf Rechtsnormen, die längst nicht mehr gelten. Besonders viele Mängel fanden sich in den Geschäftsbe­dingungen von E-Plus, skyDSL und Vodafone. Das gab Punktabzug beim test-Qualitätsurteil.

Testergebnisse kompakt:Internet per Mobilfunk
Testergebnisse kompakt:Internet per Satellit
Tipps:So kommen Sie am besten mobil und per Satellit ins Netz
Alle Ergebnisse:Test Internet per Satellit und Mobilfunk aus test 11/2009

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