Drei Anschluss­arten: DSL, Kabel und LTE

DSL: Für Geduldige

Die Technik. Beim DSL-Anschluss kommt das Internet­signal über die Telefonleitung. DSL ist in Deutsch­land die am meisten verbreitete Technologie für schnelle Internet­zugänge.

Der Weg zum Anschluss. DSL-Anschlüsse sorgten bei der Bereit­stellung für die größten Probleme. Meist gehört der Telekom die „letzte Meile“, andere Anbieter sind auf ihre Koope­ration und Techniker angewiesen. Oft verzögert sich dann die Anschluss­schaltung (Siehe Test Internet-Serviceprovider, test 11/2014, enthalten im PDF zum aktuellen Test.) Am besten klappte die Einrichtung bei 1&1. Vodafone schaltete auch nach fünf Monaten einen der Anschlüsse nicht.

Die tech­nische Leistung. Große Unterschiede gibt es in Sachen Internet­geschwindig­keit und Sprach­qualität nicht. Den flottesten DSL-Anschluss bekommen Nutzer bei der Telekom. Kunden von Tele 2 müssen beim Telefonieren mit etwas schlechterer Sprach­qualität und längerem Rufaufbau leben.

Das Klein­gedruckte. 1&1 benach­teiligt Kunden mit seinen Allgemeinen Geschäfts­bedingungen. Mehr als zehn für Kunden nach­teilige und juristisch nicht zulässige Klauseln fand unser Gutachter im Klein­gedruckten. Das gibt Punkt­abzug und kostet 1&1 den DSL-Testsieg.

Kabel: Für Eilige

Die Technik. Beim Kabel-Anschluss kommt das Internet­signal über das TV-Kabelnetz in den Haushalt. Zirka ein Fünftel der internet­fähigen Haushalte surft über diese Technologie. Anders als bei DSL gehört das Netz den Anbietern komplett selbst, das macht sie unabhängig von anderen Netz­betreibern.

Der Weg zum Anschluss. Bei den Kabelanbietern gab es die wenigsten Probleme mit der Bereit­stellung der Anschlüsse. Von sechs Test­haushalten bekamen fünf ihre Leitung in weniger als zwei Wochen. Hier zahlt sich die Unabhängig­keit von der Telekom aus.

Die tech­nische Leistung. Während Kabel Deutsch­land die beste Internet­geschwindig­keit und die stabilste Leitung liefert, verspricht Kabel BW mehr, als beim Kunden ankommt. Von der gebuchten Geschwindig­keit von 100 Megabit pro Sekunde waren die Anschlüsse im Test weit entfernt. Im Mittel dümpelten sie auf normalem DSL-Niveau von 15 Mbit/s herum. Enttäuschend.

Das Klein­gedruckte. Bei Kabel BW fand unser Gutachter etliche juristisch nicht wirk­same Klauseln, die den Verbraucher deutlich benach­teiligen.

LTE: Für Unver­kabelte

Die Technik. Die Funk­technik LTE braucht für den Internet­zugang keine feste Leitung. Sie ist daher für alle interes­sant, die weder am Kabelnetz noch am schnellen Telefonnetz hängen. Das kann besonders in ländlichen Regionen der Fall sein. Das LTE-Netz befindet sich bei vielen Anbietern noch im Aufbau und ist daher nicht über­all verfügbar.

Der Weg zum Anschluss. Besonders schnell standen die LTE-Anschlüsse bei Vodafone zur Verfügung. Nach sechs Tagen waren alle Haushalte online. Die Telekom brauchte dagegen bis zu 34 Tage.

Die tech­nische Leistung. Bei der Telekom über­zeugen die LTE-Anschlüsse mit hoher Geschwindig­keit, allerdings können zwei der drei Test­kunden bis heute nicht telefonieren. Die Telekom sieht für die Telefonie eine eigene Fest­netzleitung vor, weil sie Qualitäts­einbußen über die Funk­technik fürchtet. Die Leitung ist in diesen Haushalten bisher nicht gelegt. Vodafone LTE war im Test lang­samer, die Telefonie über LTE funk­tionierte gut.

Das Klein­gedruckte. Bei beiden Anbietern fand unser Gutachter nur wenige Mängel im Klein­gedruckten.

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