Internet-Zugang Test

Vier von fünf Deutschen sind online – via DSL, TV-Kabelnetz oder LTE-Funk­technik. Die Stiftung Warentest hat für alle drei Anschluss­arten die güns­tigsten Tarife mit unterschiedlichen Downloadraten zusammen­gestellt sowie Surf­geschwindig­keit und Service von zehn Providern getestet. Nur zweimal lautete das Urteil Gut. Ein Anbieter konnte gar nicht bewertet werden: Er schaffte es auch nach fünf Monaten nicht, ausreichend DSL-Anschlüsse frei­zuschalten.

Schnell ins Internet mit DSL, Kabel oder LTE

Die Tochter schaut Youtube-Videos, der Sohnemann zockt Onlinegames, und Papa lädt die Foto­samm­lung in den Cloudspeicher: Damit all das reibungs­los funk­tioniert, braucht die Familie vor allem einen schnellen Internet­anschluss. Der kann zum Beispiel über die Telefonleitung per DSL, über das TV-Kabelnetz oder per Funk via LTE im Haushalt geschaltet werden. Ob die Internet-Service­provider ihren Kunden auch dauer­haft die gebuchte Internet­geschwindig­keit liefern und ob der Weg zum Internet­anschluss für die Nutzer einfach ist, hat jetzt die Stiftung Warentest untersucht. Das Fazit: Zwar bekommen die meisten Internetnutzer im Mittel annehm­baren Surf­speed, der Weg zum Anschluss gestaltet sich aber besonders für DSL-Kunden schwierig. Warte­zeiten von bis zu fünf Monaten mussten sich die Test­kunden im Extremfall gefallen lassen.

Keine Highspeed-Garantie

Ruckelt das Katzen­video oder stockt das Online­spiel, so muss das nicht zwingend an der gebuchten Geschwindig­keit oder dem Internet-Service­provider selbst liegen. Über das Tempo entscheiden auch die Auslastung des Internets und die Kapazitäten des Diens­teanbieters, etwa von Youtube oder Amazon. Kunden sollten sich deshalb nicht von beworbenen Download-Geschwindig­keiten von 16, 25, 50 oder 100 Megabit pro Sekunde blenden lassen. Die Unternehmen können oft gar nicht garan­tieren, dass diese Band­breite dauer­haft beim Kunden ankommt. Den schnellsten Anschluss lieferte im Test ein Kabelanbieter. Ein anderer bliebt hingegen deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Tarife für Internet und Telefon

Für den Kunden kommt es aber nicht nur auf den „Speed“ an, sondern natürlich auch auf dem Preis. Unsere zweite Test­tabelle zeigt 26 aktuelle Tarife mit unterschiedlichen Download­geschwindig­keiten für die Anschluss­arten DSL, Kabel und LTE. Mit dabei: 6 über­regionale Telefon- und 3 regionale Kabel­fernsehanbieter. Alle Verträge in der Über­sicht haben eine Lauf­zeit von 24 Monaten und bieten eine Flatrate für Internetnut­zung und Fest­netztelefonate. Mit kurz­zeitigen Vergüns­tigungen, versteckten Preis­erhöhungen und geschönten Wechsel­prämien verwirren die Anbieter potenzielle Kunden und locken sie in die Kostenfalle. Dabei gibt es flotte Flatrates bereits ab 19,90 Euro pro Monat. Wie sich die Fall­stricke umgehen lassen und welches Surftempo bei Ihrer Internetnut­zung Sinn macht, erfahren Sie, wenn Sie den Test frei­schalten.

Langes Warten auf den Anschluss

Nicht von ihrer besten Seite präsentieren sich die meisten Internet-Service­provider beim Thema Kunden­service. Probleme bereitete besonders im DSL-Bereich die Bereit­stellung der Anschlüsse. Warte­zeiten von zehn Wochen und mehr mussten die Kunden bisweilen hinnehmen. (Siehe dazu auch Test Internet-Serviceprovider, test 11/2014, enthalten im PDF zum aktuellen Test.) Meist lag das daran, dass Techniker­termine platzten. Hintergrund ist, dass die „letzte Meile“, also das Stück Leitung vom grauen Kasten auf der Straße bis zum Haus­anschluss, oft der Telekom gehört. Bucht ein Kunde einen Internet­zugang, muss – unabhängig vom Service­provider – häufig ein Telekom-Techniker kommen, den tech­nischen Zustand der Leitung ausmessen und sie frei­schalten. Folge für unseren Test: Ein Anbieter konnte gar nicht bewertet werden. Er schaffte es auch nach fünf Monaten nicht, ausreichend DSL-Anschlüsse frei­zuschalten.

Unflexible Verträge, schlechte Hotlines

Zudem sind viele Anbieter unflexibel, was die Lauf­zeit der Verträge angeht. Nur Cong­star und Telefónica bieten besonders kundenfreundliche Vertrags­lauf­zeiten von einem Monat, 1&1 von drei Monaten. Alle anderen zwingen Kunden bei der Online­bestellung in Zwei­jahres­verträge. Auch Fragen, die Nutzer online oder in der Hotline stellen, können von den Mitarbeitern nicht zufrieden­stellend beant­wortet werden. Die Antworten fallen oft spärlich aus. So forderte ein Tele-2-Mitarbeiter einen Test­kunden in rüdem Ton auf, sich doch lieber im Internet zu informieren. Bei der Telekom warteten Bestands­kunden auch schon mal eine Viertel­stunde, bis der richtige Mitarbeiter am Telefon war. Neukunden dagegen werden von fast allen Internet-Service­providern mit erhöhter Priorität behandelt: Wer einen neuen Anschluss bestellen will, hat meist schon inner­halb einer Minute einen Mitarbeiter an der Strippe.

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