Der Anwalt Günter Freiherr von Gravenreuth soll in den Knast. Im Internet ist er berüchtigt, weil er mit fragwürdigen Methoden Markenrechtsverletzungen verfolgte. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn nun zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung (Az. 571-165/07; nicht rechtskräftig).

Hintergrund war ein Streit Gravenreuths mit der Tageszeitung „taz“. Der Anwalt hatte sie abgemahnt, weil er sich durch einen Newsletter belästigt fühlte. Während des Streits monierte er fälschlicherweise, die taz habe Rechnungen nicht bezahlt und ließ die Adresse www.taz.de pfänden. Dafür wurde er nun wegen Betrugsversuchs und zurückliegender Urkundenfälschungen und Unterschlagungen verurteilt. Die Nachricht darüber beim Onlinedienst heise.de kommentierten in kürzester Zeit über 14 000 Menschen – zumeist hämisch.

[Update 10.02.2009] Das Kammergericht (Beschluss vom 2. Februar 2009, Aktenzeichen: (4) l Ss 4/09 (8/09) (571) 63 Js 6608/06 Ns (165/07)) hat von Gravenreuths Verurteilung inzwischen bestätigt. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Wann der Abmahnanwalt seine Strafe antreten muss, ist bisher nicht bekannt. Detailliert berichtet der Online-Dienst www.golem.de.

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