Insulinpens Meldung

Bei der Anwendung von Insulinpens werden oft Fehler gemacht. Hier wichtige Tipps der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker.

Gewebebeschaffenheit an der Injektionsstelle. Um Hautveränderungen zu vermeiden, muss die Injektionsstelle gewechselt werden. Vorwölbungen, Verdickungen des Unterhautgewebes sind durch Tasten als Gewebsveränderung zu erkennen; die Insulinaufnahme ist dort oft deutlich verschlechtert, das Einstellen des Blutzuckers sehr erschwert. Patienten wählen aber oft diese Stellen, weil die Schmerz­empfindlichkeit geringer ist. Abgenutzte Injektionsnadeln fördern die Entstehung solcher Hautstellen.

Wahl der Injektionsstelle. Rasch wirkende Insuline in das Unterhautgewebe der Bauchdecke injizieren – oberhalb, unterhalb und bis Handbreit seitlich des Nabels, Verzögerungsinsuline in den Oberschenkel bis Handbreit oberhalb des Knies oder in die Gesäßregion. Wird am Oberschenkel oder an der seitlichen Bauchwand injiziert, vor der Injektion eine Hautfalte ohne Mitnahme der Muskelschicht bilden. Sonst werden gehäuft Blutgefäße getroffen.

Fehler erkennen. Wird bei der Injektion ein Blutgefäß getroffen, werden geringe Blutmengen angesaugt. Sie verfärben das Insulin – dem Insulinpen ist das nicht anzulasten.

„Mechanische Defekte“. Sie sind oft Folge verklebter Injektionsnadeln. Die Nadeln sind nicht für die Wiederverwendung vorgesehen. Bei langsam wirkenden Insulinanaloga verkleben sie relativ leicht. Eine mehr als zweimalige Verwendung ist nicht ratsam. Oft reicht ein Kanülenwechsel aus, die Funktion des Pens wieder herzustellen.

Lagerung. Insulinpatronen oder Fertigpens im Kühlschrank im Gemüsefach lagern, keinesfalls an der Rückwand des Kühlschranks, da dort die Kühlschlangen verlaufen. Es besteht Gefahr, dass die Patronen einfrieren.

Durchmischung. Insulinsuspensionen vor der Injektion ausreichend durchmischen: Den Pen zwischen den Handflächen rollen oder 20-mal schwenken.

Dosierungsfehler. Starke Temperaturschwankungen führen zu Volumenveränderungen, sodass Luft angesaugt wird, insbesondere bei Lagerung mit aufgesetzter Nadel.

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