Diabetes mellitus: Zu viel Zucker im Blut

Insulinpens Test

Insel- oder Betazellen. In der Bauchspeicheldrüse produzieren sie das lebensnotwendige Hormon Insulin.

Die Insulinspritze als letzter Behandlungsschritt.

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin regelt den Zuckerabbau. Beim Diabetiker stellt der Körper entweder nicht mehr ausreichend Insulin her oder er reagiert nicht mehr richtig auf das Hormon. Dadurch ist ständig zu viel Zucker im Blut.

Typ-1-Diabetes tritt meist schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Es handelt sich um eine erblich ­bedingte Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört – das Hormon Insulin kann nicht mehr produziert werden.

Typ-2-Diabetes (vormals „Altersdiabetes“) wird oft erst nach Jahren zufällig erkannt. Betroffen sind nicht mehr nur ältere Menschen, sondern zunehmend auch junge. Ursache sind vor allem Übergewicht, Fehlernährung und zu wenig Bewegung (metabolisches Syndrom), was zu häufig erhöhten Blutzu­ckerspiegeln führt. Dadurch wird zunächst vermehrt Insulin produziert, wodurch der Körper unempfindlich gegen das Hormon wird (Insulinresistenz). In der ­Folge stellt die Bauchspeicheldrüse so große Mengen Insulin her, dass die Konzentration giftig auf Zellen wirkt – und die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

Bei unbehandeltem Diabetes nehmen Blutge­fäße und Nervenzellen Schaden, Herzinfarkt- und Schlag­anfallrisiko sind stark erhöht. Zu den Spätschäden gehören Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen (mitunter sind Amputationen nötig), Erblinden durch Netzhautveränderungen, Funktionsstörungen der Nieren bis hin zum Nierenversagen (Dialyse).

Schätzungsweise sechs Millionen Diabetiker leben in Deutschland. Eine Million davon benötigen täglich Insulin, darunter alle rund 250 000 Typ-1-Diabetiker. Typ-2-Diabetiker müssen oft erst in einem späteren Krankheitsstadium Insulin spritzen. Am Anfang der Therapie steht hier ein Wandel der Lebensführung: Abspecken, Sport, Umstellen der Ernährung. Unabdingbar für alle Diabetiker ist die regelmäßige Blutzuckerkontrolle per Blutzuckermessgerät (Buchtipp: Diabetes).

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