Insolvenz­verfahren Abschlag bei P&R in Sicht

Die Insolvenz­verwalter der vier zahlungs­unfähigen Containergesell­schaften von P&R streben eine erste Auszahlung an Anleger im ersten Quartal 2021 an. Sie teilten mit, dass Anleger zu je 99,9 Prozent ihrem Vorschlag zuge­stimmt hätten, Erlöse anteilig nach Schadenhöhe der Anleger auf die vier P&R-Gesell­schaften zu verteilen (mehr Infos auf unserer Themenseite Containerinvestment und P&R-Pleite). 90 Prozent der Gläubiger hätten teil­genommen.

[Update 4.8.2021]: Hemmungs­ver­einbarung unter­schreiben?

Seit Ende Juli schreibt der Insolvenz­verwalter der P&R-Gruppe erneut Anleger an. Sie sollen eine sogenannte Hemmungs­ver­einbarung unterzeichnen. Damit will der Insolvenz­verwalter vor allem verhindern, das mögliche Anfechtungs­ansprüche an Anleger verjähren. Die Hemmungs­ver­einbarung zu unter­schreiben, bringt keine Nachteile für Anleger, sondern spart Kosten.

Hintergrund für die Aufforderung des Verwalters ist die unklare Rechts­lage bei Schnee­ball­systemen und die unterschiedliche Behand­lung von P&R-Anlegern vor der Insolvenz der verschiedenen P&R-Gesell­schaften. So hat ein Teil der Anleger vor der Insolvenz Zahlungen erhalten, die P&R nicht mit der Vermietung von Containern erwirt­schaftet hat, sondern mit neu zugeflossenem Anlegergeld.

Ob diese bis zu vier Jahre vor Insolvenz­antrags­stellung über­wiesenen Gelder eventuell als so genannte „unentgeltliche Leistung“ zurück­zuzahlen sind und damit zur Insolvenzmasse gehören, wird gerade gericht­lich geklärt. Weil mit einem höchst­richterlichen Urteil allerdings erst nach Jahres­ende zu rechnen ist, wären Rück­zahlungs­ansprüche dann verjährt.

Um dies zu verhindern, muss der Verwalter alle Anleger, die keine Hemmungs­ver­einbarung unter­schrieben haben, bis zum Jahres­ende verklagen, um eine Verjährung zulasten der anderen Anleger zu verhindern.

[Update 9. März 2021]: Erste Abschlags­verteilung

Rund 54 000 P&R-Gläubiger erhalten eine erste Abschlags­verteilung. Das kündigten die Insolvenz­verwalter Anfang März 2021 an. Voraus­sicht­lich im zweiten Quartal 2021 zahlen sie 206,7 Millionen Euro an Gläubiger aus, deren Forderungen fest­gestellt worden sind. Zuvor müssen die Gläubiger­ausschüsse die auszuzahlenden Quoten final fest­setzen.

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