Insektenstiche Meldung

Nicht nur mit den heißen Temperaturen hatten viele in den letzten Wochen zu kämpfen. Wer im Freien oder auf dem Balkon essen wollte, musste sich nicht selten mit Wespen herumärgern. Kein Wunder: Die Tiere sind bei Hitze aktiver. Dagegen gibt es derzeit noch weniger Mücken - abgesehen von gewässernahen Gebieten. Denn diese Plagegeister bevorzugen Feuchtstellen, um ihre Eier abzulegen. Doch auch wenn Mücken lästig sind, gefährlich sind sie kaum. Anders Bienen und Wespen: Viele Menschen reagieren allergisch auf ihre Stiche. Allein in Deutschland gibt es etwa 2,5 Millionen Insektengiftallergiker. Jährlich sterben sogar etwa 20 Menschen infolge von Insektenstichen. test.de sagt, wer gefährdet ist, wie sich jeder vor Insektenstichen schützen kann und was hilft, wenn jemand doch gestochen wurde.

Anzeichen allergischer Reaktionen

Ungefähr 2,5 Millionen Bundesbürger sind Insektengiftallergiker - das sind doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Nicht für jeden Allergiker bedeutet der Bienen- oder Wespenstich eine Gefahr. Sie reagieren in unterschiedlicher Intensität allergisch auf das Gift von Bienen und Wespen. Doch jährlich gibt es durch solche Insektenstiche etwa 20 Todesfälle. Reaktionen auf Insektenstiche sind etwa Hautrötung, Nesselsucht, örtliche Schwellung, Brennen und Juckreiz. Es kann aber auch zu Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Kopfschmerzen, Beschwerden von Herz und Kreislauf, Übelkeit, Atemnot und sogar zum Schockzustand kommen. Die allergische Reaktion kündigt sich durch Kribbeln oder Brennen auf der Zunge oder im Rachen an, durch Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen. Der Betroffene braucht dann rasch ärztliche Hilfe.

Allergie erkennen

Wer bereits weiß, dass er Insektengiftallergiker ist, kann schnell handeln. Deshalb ist es ratsam, einen Test machen zu lassen. Erstes Indiz: Wenn ein Elternteil Allergiker ist, besteht zu etwa 30 Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranlagung weitervererbt wird.

  • Prick-Test. Dabei wird das vermutete Allergen als Tröpfchen auf die Haut gebracht, diese darunter minimal eingeritzt. Beim positiven Befund entsteht auf Ihrer Haut eine Quaddel.
  • Blut-Test. Ergänzend kann ein Bluttest (RAST) feststellen, ob es sich wirklich um eine Allergie handelt. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann er den Hauttest ersetzen, weil er weniger belastet. Das gilt auch bei Verdacht auf hochgradige Sensibilisierung bei drohendem allergischen Schock.

Schutzmaßnahmen für Allergiker

Ist die Insektengiftallergie festgestellt, sollten Betroffene sich ein Notfallset verschreiben lassen und dieses immer bei sich tragen. Es enthält ein schnell wirksames Antihistaminikum sowie Kortison und vor allem Adrenalin als Injektion oder Spray. Letzteres wird vor allem eingesetzt gegen das gefährliche Anschwellen der Schleimhäute im Rachen. Die Mittel im Einzelnen:

  • Adrenalin. Gegen schwerwiegende Reaktionen zur Injektion mit Autoinjektor wie Anapen (Dr. Beckmann), Fastjekt (Allergopharma), Suprarenin (Aventis Pharma).
  • Kortison. Mit rasch wirkenden Glukokortikoiden wie Prednisolon- oder Prednison-Tabletten.
  • Antihistaminika. Mittel zum Einnehmen wie Cetirizin und Loratadin. (Siehe auch den Test „Mittel gegen Allergien“ und Medikamente im Test).

Allergie bekämpfen

Wer auf Insektenstiche stark reagiert, kann beim Arzt eine spezifische Immuntherapie machen, eine so genannte Hyposensibilisierung. Voraussetzung: Eine IgE-Antikörper-Reaktion muss nachgewie­­­sen sein. Die Hyposensibilisierung soll die Wirkung bestimmter Allergene mindern und zur Unempfindlichkeit führen. Der Arzt spritzt die Insektengifte nach ansteigendem Dosierschema erst wöchentlich, dann monatlich unter die Haut des Oberarms. Die Therapie dauert drei bis fünf Jahre. Die Erfolgsquote bei Insektenstichen liegt außerordentlich hoch. Doch nur etwa jeder zehnte Insektengiftallergiker lässt sich so behandeln. Eine Immunisierung ist auch gegenüber Hummeln, Hornissen, Mücken, Ameisen möglich.

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