Insektenstiche Test

Bienen, Zecken, Wespen und andere Insekten können dem Menschen gefährlich werden, nicht nur Insektengiftallergikern. Lesen Sie hier, was Sie gegen die Stiche und Bisse tun können.

Jedes Jahr sterben hierzulande etwa 20 Menschen an den Folgen von Insektenstichen. Mit allergischen Reaktionen auf das Gift haben immer mehr Menschen zu kämpfen. In Deutschland gibt es etwa 2,5 Millionen Insektengiftallergiker. Das sind etwa doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Wer weiß, dass er Insektengiftallergiker ist, kann sich effektiv schützen. Ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung kann sein, wenn ein Elternteil Allergiker ist. Dann besteht zu etwa 30 Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranlagung vererbt wurde.

Die Allergie bekämpfen

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Wer auf Insektenstiche und -bisse stark reagiert, kann vorbeugend beim Arzt eine spezifische Immuntherapie durchführen (Hyposensibilisierung). Sie kann die Wirkung bestimmter Allergene mindern oder zur Unempfindlichkeit führen. Die Therapie dauert drei bis fünf Jahre. Ihre Erfolgsquote bei Insektenstichen liegt bei rund 85 Prozent. Doch nur etwa jeder zehnte Insektengiftallergiker nimmt diese Chance wahr.

Was passieren kann

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Jeder reagiert in unterschiedlicher Intensität allergisch auf das Gift von Wespen (Vespinae), Hornissen (Vespa), Bienen (Apiformes) wie vielfältige Wildbienenarten oder der Honigbiene (Apis). Leichte Reaktionen sind Hautrötung, Nesselsucht, Schwellung, Brennen, Juckreiz. In schwereren Fällen kann es auch zu Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Kopfschmerzen, Beschwerden von Herz und Kreislauf, Übelkeit, Atemnot und zum lebensgefährlichen Schockzustand kommen. Eine gefährliche Reaktion kündigt sich an durch Kribbeln, Brennen auf Zunge oder im Rachen, durch Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen. Dann ist rasche Hilfe nötig (Notfallset, Notarzt-Telefon 112).

Arzneimittel

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Wer mit starken allergischen Reaktionen rechnet, sollte auch im Urlaub ein Notfallset dabei haben. Wir haben als geeignet beurteilte Mittel aufgelistet, die bei Bienen-, Wespen- und anderen Stichen helfen können. Präparate mit Benzocain wie Anaestesinpräparate sind allerdings nicht dabei, weil das örtlich leicht betäubend wirkende Benzocain Allergien auslösen kann. Solche Mittel werden von uns als „wenig geeignet“ beurteilt (siehe www.medikamente-im-test.de).

Mittel zur Mückenabwehr

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Repellents zum Einreiben tragen dazu bei, dass sich Insekten gar nicht erst auf der Haut niederlassen (siehe Tabelle). Sie sollten nicht von Sonnenschutzpräparaten oder anderen Mitteln überdeckt werden. Es gibt auch Naturstoffe wie das Öl von Anis, Bergamotte, Kampfer, Zimt, Nelke, Kokos, Eukalyptus, Lavendel, Zitrone, Muskat, Orangenblüten, der Chrysantheme, zum Teil in Mixturen. Sie haben aber oft nur ­eine vergleichsweise kurze Wirkdauer. Außerdem sind hohe Konzentrationen erforderlich und die Stoffe können selbst Allergien auslösen.

Gegen den Juckreiz

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Kortisonhaltige Mittel lindern den Juckreiz zuverlässig und verhindern, dass sich ein Insektenstich entzündet. Länger als zwei Wochen dürfen Sie solche Mittel aber nicht anwenden. Zur Linderung von Juckreiz nach Insektenstichen werden auch kühlende Gelzubereitungen angeboten, wie Vaopin Kühlgel. Solche Medizinprodukte lindern den Juckreiz per Kühleffekt. Auch ein Tropfen Spucke kann Juckreiz lindern oder ein Eiswürfel, mit dem Sie kurz über den Stich streichen. Oder Sie legen für fünf Minuten eine Scheibe Zitrone oder Zwiebel auf die Stichstelle.

Gefahr vom Holzbock

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Markierte Gefahr: Den Körper sorgfältig absuchen. Zecken vorsichtig entfernen.

Nach einem Zeckenbiss drohen zwei Infektionsmöglichkeiten: die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die bakterielle Borreliose. Die Borreliose wird oft erst spät entdeckt. Dass die Zahl der Erkrankungen an Frühsommer-Meningoenzephalitis zugenommen hat, wird auf das milde, warme Klima zurückgeführt: Zecken fühlen sich bei Temperaturen von 17 bis 20 Grad Celsius besonders wohl.

Noch Anfang der 1990er Jahre traten weniger als 1,5 Prozent der FSME-Erkrankungen außerhalb der Hochrisikogebiete auf. Im vergangenen Jahr waren es schon fast 15 Prozent. Hochrisikogebiete sind Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Regionen wie Schwäbische Alb, Schwarzwald, Vogesen, Teile von Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, auch Österreich und Osteuropa. In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern traten bisher nur Einzelfälle auf.

Hirnhaut- und Gehirnentzündungen

Der Zeckenbiss kann zu Hirnhautentzündung (Meningitis) und / oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) führen. FSME geht mit grippeähnlichen Symptomen einher. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 274 FSME-Fälle gemeldet. FSME-Impfstoffe sind knapp geworden und stehen vermutlich bis September nicht mehr ausreichend zur Verfügung (Informationen unter www.pei.de/fsme). Laut Robert-Koch-Institut sollen nur Menschen mit konkretem Infektionsrisiko geimpft werden. Belastbarer Impfschutz wird ab dem 21. Tag erreicht. Die Grundimmunisierung sieht drei Teilimpfungen vor. Die Auffrischimpfung erfolgt nach fünf, ab dem 60. Lebensjahr nach drei Jahren. Kassen beschränken die Kostenübernahme eventuell auf Versi­cherte aus FSME-Gebieten. Ob die Impfkosten für Reisende in (deutsche) Risikoge­biete übernommen werden, sollte man erfragen. Manche Kassen bezahlen die FSME-Impfung auch bei Auslandsreisen. Eine FSME-Impfung kostet ca. 30 bis 35 Euro.

Gelenkentzündungen

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa, benannt nach dem Ort Lyme (Connecticut, USA), wo gehäuft Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auftraten. Überall in Deutschland ist mit einem Infektionsrisiko zu rechnen. Unbehandelt kann die Erkrankung in mehreren Stadien verlaufen: In den ersten Tagen kann an der Zeckenbissstelle aus einem Hautknötchen eine schmerzlose, sich kreisrund ausbreitende Hautrötung (Erythem) mit Aufhellung in der Mitte entstehen, eventuell begleitet von Fieber, Bindehautentzündung, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen. Mehrere Tage bis Wochen nach dem Biss treten brennende Schmerzen auf, oft nah der Bissstelle. Nach Monaten kann sich schließlich eine Lyme-Arthritis entwickeln, die schubweise oder chronisch verläuft: Am häufigsten sind Kniegelenke betroffen. Arzneimittel der Wahl sind laut Robert-Koch-Institut zurzeit Tetracycline wie Doxy­cyclin. Bei Kindern und Schwangeren wird Amoxicillin oder Cefuroxim gegeben, bei Unverträglichkeiten wird den Patienten Azithromycin empfohlen.

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