Insekten Meldung

Knusp­rig. Frittierte Heuschrecke ist vieler­orts ein beliebter Snack.

Ob Heuschrecke oder Made – die Krabbler sind fett­arme Eiweiß­lieferanten und schonen das Klima. Die Vereinten Nationen sehen sie als Nahrung der Zukunft.

Die Bewohner des „Dschungelcamp“ haben sie kürzlich wieder herunter­gewürgt, in manchen Ländern sind sie beliebte Snacks: Insekten. Rund zwei Milliarden Menschen ernähren sich täglich auch von kleinen Krabb­lern. Vor allem in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas, wo Fleisch und Fisch oft Mangelware ist, gelten Insekten als wichtige Eiweiß­quelle.

Heuschre­cken etwa haben deutlich weniger Fett als Rind­fleisch, aber ebenso viel Eiweiß – rund 20,6 Gramm je 100 Gramm. Zudem enthalten Insekten Omega-3-Fett­säuren und liefern Spuren­elemente wie Eisen und Zink. Die Ernährungs- und Land­wirt­schafts­organisation der Vereinten Nationen (FAO) empfahl Insekten schon 2010 als Alternative zu Kuh und Co.

Nach Schät­zungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 mehr als neun Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Bleibt der Fisch- und Fleisch­konsum so hoch wie derzeit, wird es schwer, alle Menschen ausreichend mit Eiweiß zu versorgen. Ressourcen wie beispiels­weise Weide­land würden nicht ausreichen. Insekten könnten all jene versorgen, die keinen Zugang zu anderen Proteinquellen haben.

Aber auch denen, die sich nach­haltig ernähren wollen, rät die FAO den Griff zur Grille. Die setzt zwei Kilogramm Futter in ein Kilogramm Gewicht um – ein Rind braucht für das gleiche Gewicht rund zehn Kilogramm Futter. Das kleine Insekt ist damit rund fünf­mal effizienter als der massige Wieder­käuer. Auch das Klima könnte von der Nahrungs­umstellung profitieren. Studien der Universität Wageningen in den Nieder­landen belegen, dass beispiels­weise ein Schwein zehn- bis hundert­mal mehr Treib­hausgase pro Kilogramm Wachs­tum produziert als Mehl­würmer.

Noch keine Konkurrenz für Bratwurst

In größeren Mengen sind zum Verzehr gedachte Grillen, Mehl­würmer und Larven in Deutsch­land bislang allerdings kaum zu bekommen. Thai­land ist aktuell eines der wenigen Länder, in denen Insekten kommerziell gezüchtet werden. Die Krabbeltiere am Straßenrand einzusammeln, wäre hier­zulande keine Alternative. Aus Gründen der Lebens­mittel­sicherheit müssten Insekten ebenso hoch­wertig ernährt werden wie die bislang handels­üblichen Masttiere. Bis diese Über­legungen die Politik beschäftigen, dürfte es noch dauern. Selbst die FAO bestätigt: Dass der Grashüpfer in absehbarer Zeit mit der Bratwurst konkurriert, ist nicht zu erwarten.

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