Interview: „Es wird häufig zu kurz therapiert“

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Zum Beispiel wenn der Urinverlust stets mit nicht unterdrückbarem Harndrang sowie ständig erforderlichen Toilettengängen einhergeht.

Wo gibt es kompetenten Rat?

Erster Anlaufpunkt: eine urologische oder gynäkologische Praxis. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft bietet eine breite Beratung, nennt auch Praxen vieler zusammenarbeitender Disziplinen. Hotline: 0 180 5/23 34 40.

Was sollte auf der Packung stehen?

Die Aufsaugekapazität, Vorteile der Geruchsneutralisiation, des Tragekomforts – in ausreichender Schriftgröße.

Wann sind Einlagen alternativlos?

Oft in der Pflege. Oder für Patienten, die Medikamenten oder Operationen mit Skepsis begegnen. Aber oft sind Vorlagen auch eine Zwischenlösung, zum Beispiel bis zur Operation.

Wie ist die Situation in der Pflege?

Auch bei Älteren und Heimbewohnern sollte stets fachkompetent geprüft werden, ob eine Rehabilitation möglich ist.

Wann hilft Beckenbodentraining?

Es ist zunehmend die primäre Therapie. Die Kombination mit Medikamenten ist eine sinnvolle Alternative. Auch nach Operationen kann es Heilung fördern.

Gibt es schnelle Problemlösungen?

Häufig wird zu kurz therapiert. Bei überaktiver Blase und Therapie mit Anticholinergika (sollen Zusammenziehen der Blase verhindern) sind vier bis sechs Wochen eine minimale Therapiezeit.

Siehe auch test 9/04 und www.medikamente-im-test.de, Wirkstoffe Oxybutynin, Propiverin, Tolterodin, Trospium.

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