Test Beratung beim Einkauf: „Das werden Sie schon sehen“

Wird gut beraten? Wir haben Testkundinnen in Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien und den Lebensmitteleinzelhandel geschickt.

„Wie lege ich die Einlage am besten an?“, fragte die Testkundin in der auf Inkontinenzberatung spezialisierten Apotheke. Antwort der Apothekerin bei unserem Test der Einkaufsberatung: „Das werden Sie schon sehen.“

Rund ein Drittel der Gesprä­che verlief wenig einfühlsam, andere Beratungen waren freundlich und um Problem­lösungen bemüht. Am besten schnitten Apotheken mit Spezialisierung ab. Den Testerinnen wurde aber nur in knapp 37 Prozent aller Fälle ein Arztbesuch angeraten, obwohl deutlich wurde, dass sie sich bisher selbst mit „Hausmitteln“ beholfen hatten und professio­nelle Unterstützung suchten. Weitere Hilfsadressen wurden selten genannt. Größe und Fassungsvermögen der Einlagen wurden bei den Ratschlägen am häufigsten angesprochen, Hinweise zum Wechseln aber selten („dreimal am Tag“, „ausprobie­ren“). Anlegen und Fixieren wird meist wegen des Tragens von Monatsbinden als bekannt vorausgesetzt („wie Monatsbin­de, hat unten einen Klebestreifen“). Schnippisch: „Im Slip tragen. Natürlich kein Tanga.“ In Drogerien und Supermärkten gab es keine Beratung, dafür aber preisgünstige Produkte. In Apotheken und Sanitätshäusern wurden oft Probepackungen in verschiedenen Größen mitgegeben, in Apotheken mehrmals das Präparat Granufink femina (unter anderem mit Kürbissamenextrakt) verkauft. Das ist ein „traditionelles“ Mittel – seine Wirksamkeit bei Inkontinenz ist nicht in klinischen Studien nachgewiesen. Die Kosten zum Beispiel für 120 Kapseln betragen 34,25 Euro.

Tipp:

Unter www.aponet.de finden Sie spezialisierte Apotheken. Bei Apotheken einen Beratungstermin zur kundenar­men Zeiten ver­einbaren – wegen der Diskre­tion.

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