Test­kommentare: Pants, Windeln und Vorlagen im Vergleich

Windels­lips: Oft nicht alltags­tauglich

Windel für Erwachsene. Sie bieten eine große Aufsaugfläche und sind mit Klett- oder Klebe­verschlüssen ausgestattet.

Inkontinenzslips sind, einfach gesagt, Windeln für Erwachsene mit Klett- oder Klebe­streifen. Die Slips bestehen aus mehreren Schichten, die Urin verteilen und im Saugkern sammeln. Bünd­chen sollen das Auslaufen verhindern. Im Test über­zeugten nur zwei von acht.

Vor- und Nachteile. Große Saugfläche. Geeignet für lange Ausflüge, für nachts und Bett­lägerige. Aber sie können knistern, unter der Hose auftragen. Nur wer motorisch fit ist, kann sie selbst anlegen.

Teure vorn. Ein sicheres Gefühl und hohen Trage­komfort bieten die Windeln von Hartmann und Tena. Nur sie sind insgesamt gut, kosten aber doppelt so viel wie die Verlierer-Windel von Unizell. Die Slips von Hartmann und Euron halten über Stunden dicht. Sie saugen besonders viel Flüssig­keit auf: im Labortest mehr als 700 Milliliter.

„Ein nasses Gefühl“. Abena, Param, Nona und Unizell sind nur ausreichend – alles erstattungs­fähige Kassen­produkte. „Man hat immer ein nasses Gefühl“: So oder ähnlich beschrieben mehrere Probanden diese Windeln. Verhält­nismäßig viele beklagten sich, dass Nona und Unizell ausgelaufen seien. Auch die Verschlüsse machten gelegentlich Probleme. „Folie reißt“, kritisierten mehrere Personen die Verschlüsse von Abena, Nona, Param und Unizell.

Einmalhosen: Beste Gruppe im Test

Höschen zum Aufreißen. Viele Betroffene schätzen die Unterhosen. Nachteil: Sie zu wechseln, ist aufwendig.

Einmalhosen sind geschlossene Slips ohne Klebe­verschlüsse. Sie werden auch Pants oder Pull-ons genannt. Gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten nur im Ausnahme­fall. Das ist schade: Pants erwiesen sich im Test als durchweg gut.

Vor- und Nachteile. Pants sind bei Frauen beliebt, passen gut unter Röcke. Sie lassen sich an der Seiten­naht aufreißen. Sie sind für pflegebedürftige, demente Personen geeignet, die andere Hilfs­mittel oft versehentlich ablegen. Für Hosen­träger sind Pants aber umständlich zu wechseln. Und sie sind teuer.

„Ich fühl mich sicher.“ Alle drei Produkte – Tena, Hartmann und Seni – schneiden in den wesentlichen Prüf­punkten gut ab. Unsere Test­personen kommentierten das häufig so: „sehr angenehm zu tragen, hohes Saug­vermögen, leise“ oder „ich fühl mich sicher“. Durch Aufreißen der Seiten­naht lassen sich die Hosen leicht entfernen. Die größte Flüssig­keits­menge nehmen die Pants von Hartmann auf: mehr als 630 Milliliter im Labortest. Die Qualität der Einmalhosen hat ihren Preis: Mit Kosten von 1,09 bis 1,46 Euro pro Stück sind Pants eher teure Hilfs­mittel. Das geht ins Geld. Versicherte müssen die Kosten in der Regel selbst tragen. Selbst bei einem nied­rig angesetzten Verbrauch von drei Stück am Tag kommen im Monat schnell rund 100 Euro zusammen.

Vorlagen: Jede zweite enttäuscht

Anato­misch geformte Einlage. Sie wird in eine Netzhose einge­legt und fixiert. Einen Klebe­streifen hat sie nicht.

Vorlagen ähneln im Aussehen Damen­binden, sind aber deutlich größer. Sie werden in Netzhosen einge­legt. Sie bestehen aus ausgeklügelten Schichten: etwa der Aufnahme­schicht, die die Flüssig­keit gleich­mäßig verteilt, und dem Super­absorber, der diese bindet. Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen empfiehlt, Versicherten vorrangig Vorlagen zu verordnen: Sie seien hautfreundlich. Im Test berichteten aber mehrere Personen über Hautirritationen.

Vor- und Nachteile. Vorlagen sind leicht zu wechseln und im Vergleich günstig. Es kann aber dauern, bis jemand die richtige Pass­form für sich gefunden hat. Für Männer sind sie aus anato­mischen Gründen nicht immer bequem zu tragen.

Die vier Soliden. Die Vorlagen von Hartmann, Seni, Attends und Tena schneiden gut ab. Güns­tigste gute ist die Vorlage von Attends: 41 Cent pro Stück.

Von wegen diskret. Die Vorlage von Param (links) schimmert unter heller Kleidung durch, die von Abena (rechts) trägt unter Hosen sicht­bar auf.

Die vier Schwachen. Diese Produkte schützen nur mäßig vor Rück­nässung: Abena, Nonaform, Unizell und Param. Es passiert auch, dass sie auslaufen. Bei Nonaform kommentiert eine Test­person: „Durch die dauernde Nässe ist die Haut gerötet und juckt.“ Bei Unizell sagt eine andere: „Leichtes Schwitz­klima“, bei Param eine dritte: „Nachts sind alle Vorlagen ausgelaufen“. Diese vier erreichen nur die Note ausreichend. Teils sind Informationen auf den Verpackungen dürftig, etwa bei Unizell.

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