Inhaberteilschuldverschreibung Meldung

Überdurchschnittliche Zinsen sind mit hohen Risiken verbunden.

Rund 27 000 Anleger der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West (WBG) und 8 000 Anleger der Düsseldorfer Gesellschaft DM-Beteiligungen werden von ihrem Geld, das sie in Inhaberteilschuldverschreibungen der Firmen gesteckt haben, wenig wiedersehen. Beide Firmen haben im Juni Insolvenz angemeldet.

Finanztest hatte vor den Immobiliengeschäften von Leipzig-West seit 1999 und vor denen von DM-Beteiligungen seit 2002 gewarnt und die Firmen auf die Warnliste gesetzt, weil ihre ­Schulden von Jahr zu Jahr wuchsen.

Die Firmen, deren Werbung sich sehr ähnelte, haben ihr Wachstum auf Pump finanziert. Beide beschafften sich Kapital, indem sie Anlegern Anleihen in Form von Teilschuldverschreibungen verkauften. Die Käufer sollten für die Anleihen mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren bis zu 7 Prozent im Jahr bekommen.

Seit Dezember 2005 blieben die ­fälligen Zins- und Rückzahlungen immer öfter aus.

Nach Angaben des Büros von Insolvenzverwalter Lucas Flöther beträgt das Immobilienvermögen der WBG etwa 40 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten der WBG belaufen sich auf etwa 290 Millionen Euro. Eine erste Prognose darüber, wie viel Geld noch für die Anleger übrig bleibt, gibt es laut Flöther Ende August.

Bei der DM-Beteiligungen sollen Verbindlichkeiten von rund 67 Millionen Euro nur etwa 3 Millionen gegenüberstehen. Zum Insolvenz­verwalter wurde Horst Piepenburg bestellt.

Geschädigte erhalten nach den im Oktober oder November stattfindenden Gläubigerversammlungen Formulare von den Insolvenzverwaltern zugeschickt, in denen sie ihre Forderungen anmelden können. Hoffnungen auf hohe ­Rückzahlungen sollten sie sich nicht machen.

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