Inhaber-Teilschuldverschreibung von Hertha BSC Riskantes Fußball-Wertpapier mit hoher Verzinsung

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Angebot: Der Berliner Fußballverein Hertha BSC hat eine Inhaber-Teilschuldverschreibung herausgegeben, die bis zum 1. Dezember 2010 läuft. Kunden können Beträge ab 100 Euro anlegen. Die Verzinsung beträgt zurzeit 5,24 Prozent. Sie wird halbjährlich angepasst: Der Zins liegt immer 3 Prozent über dem Euribor-Satz für Sechsmonatseinlagen.

Vorteil: Die Verzinsung der Schuldverschreibung liegt gut 2 Prozent über dem Zins, der zurzeit für sichere Anleihen mit gleicher Laufzeit üblich ist. Das „Hertha-Wertpapier“ ist ein liebevoll gestaltetes Dokument, das die Herzen eingefleischter Fans höher schlagen lässt. Vor allem der „Zinsbogen“ mit den Porträts früherer Hertha-Helden ist ein Volltreffer.

Nachteil: Die Geldanlage ist nicht sicher. Der Verkaufsprospekt der Schuldverschreibung listet eine Fülle sportlicher und wirtschaftlicher Risiken auf, die Anleger ernst nehmen sollten. Allein die Prospektaussagen „Die Emittentin ist (...) bilanziell überschuldet“ und „Derzeit ist die Liquidität der Emittentin stark angespannt“ ­machen deutlich, dass das Fußball-Wertpapier in einer anderen Liga spielt als die Anleihen erstklassiger Schuldner. Wenn es schlecht läuft, können die Zinszahlungen ausfallen oder sogar das investierte Kapital kann verloren sein.

Fazit: Das „Hertha-Wertpapier“ eignet sich nur für treue Fans, die ihren Verein ­unterstützen und sich das Wertpapier vielleicht sogar einrahmen wollen. Alle anderen sollten sich die Anlage mit Blick auf die wirtschaftlichen und sportlichen Risiken reiflich überlegen. Die Investition in einen Fußballclub kann leicht zum finanziellen Eigentor werden.

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