Infrarothei­zung Stromhei­zung mit hohen Kosten

Ein kaltes Bade­zimmer am dunklen Wintermorgen − für viele ein Albtraum. Reicht die Heizung für gemütliche Temperaturen im Bad nicht aus, empfiehlt die Baumarkt­werbung gern eine Infrarothei­zung: aufhängen, Stecker in die Steck­dose, fertig. Güns­tige Geräte sind ab etwa 200 Euro zu haben. Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen: Ist die Infrarothei­zung einge­schaltet, treffen ihre Wärmestrahlen schnell und direkt auf die Haut. Bei der Strom­rechnung kann es einem aber kalt über den Rücken laufen. Heizt zum Beispiel ein Gerät drei Stunden täglich mit 1 000 Watt, kostet das inner­halb eines halben Jahres rund 150 Euro.

Tipp: Lassen Sie besser den Installateur Ihre klassische Heizung optimieren. Mitunter hilft ein etwas größerer Heizkörper. Wird mit Gas oder Öl geheizt, kostet eine Kilowatt­stunde 6 Cent. Mit Strom sind es teure 28 Cent. Wie Sie sinn­voll heizen und dabei sparen, erklärt unser Special Günstig zur Wohlfühltemperatur. Wenn Sie Ihre Heizung modernisieren wollen, helfen die Tipps aus unserem Special Heizung modernisieren.

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lindmaier am 06.02.2022 um 11:38 Uhr
IR-Heizung für Badezimmer sinnvoll - bitte testen!

Liebes Test-Team,
auch mich beschäftigt die Frage, ob der gezielte, bedarfsgerechte Einsatz von Infrarotheizungen nicht doch auch eine gute Alternative gegenüber eine wassergeführten Wärmepumpenheizung ist. Da sprechen schon noch mehr Argumente dafür, wenn man sich dafür im Neubau oder bei einer Kernsanierung die komplette Anschaffung und Installation des wassergeführten System erspart und auch die Lebensdauer, Wartungskosten und Speicher- und Leitungsverluste bei einem wassergeführten System berücksichtigt. Das wurde meines Wissens noch nie fachmännisch und ganzheitlich gegenübergestellt.
Wo eine IR-Heizung aber meines Erachtens auf jeden Fall Sinn macht, ist für die morgendlichen 15-30 Minuten im Badezimmer - statt die wassergeführte Fußbodenheizung 3h vorher schon anschalten zu müssen oder gar 24h durchlaufen zu lassen.
Ich wäre Ihnen - unabhängig von Ihrer generell kritischen Einstellung - für einen fundierten Test von IR-Heizkörper (für diese Anwendung) sehr dankbar.

justii67 am 06.11.2021 um 06:48 Uhr
So falsch kann man liegen ...

Auf den ersten Blick stimmt ihre Aussage natürlich, wonach IR-Heizungen eine Menge Strom verbrauchen. WÜRDEN!
Wenn man so dumm ist und sein Heizverhalten nicht dem Charakter der Heizung anpasst. Eine IT-Heizung erwärmt nicht die Raumluft sondern direkt den Körper. Deshalb kann auch keine/nur wenig Wärme durch die Wände abhauen. Schlecht gedämte Wände haben allerdings den Nachteil, dass mehr Kälte herein kommt. Aber das ist kein Problem speziell der Infrarotheizung sondern JEDER Art von Heizung.
IR-Heizungen erwärmen den Körper SOFORT. Deshalb muss nicht dauerhaft durchgeheizt werden, wir das bei konventionellen Heizungen der Fall ist. Nachts, oder wenn man aus dem Haus/der Wohnung geht, schaltet man die Heizung einfach aus. Das kann man mit Anwesenheitserkennung auch komfortabel automatisierten. Kommt man nach Hause, schaltet sich die IR-Heizungen ein und es ist schon nach wenigen Minuten angenehm warm. Aus 24h Energieverbrauch täglich wird 4 - 6h. Mit Photovoltaik perfekt u. günstig,

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.03.2021 um 13:18 Uhr
Nutzung selbsterzeugten PV-Stroms

gue1111: Wir verweisen auf unsere Antwort vom 12.1.2021 und insbesondere auf: Ausnahmen davon wäre natürlich die Nutzung selbsterzeugten PV-Stroms zur Wärmeerzeugung, falls er „überschüssig“ ist, also gerade kein Haushaltsstrombedarf vorliegt. (Se)

gue1111 am 19.03.2021 um 12:12 Uhr
die Aussage ist zu pauschal und damit falsch

Liebe Redaktion, wir haben eine Photovoltaik-Anlage, mit allem was dazu gehört (E-Auto, Speicher, Heizstab für Warmwasser). Trotzdem haben wir noch so viel Überschuss, den wir für 8 ct. verkaufen. Warum soll dann nicht als weitere Ergänzung eine Infrarotheizung, gerade in der Übergangszeit Sinn machen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.01.2021 um 14:34 Uhr
Infrarotheizungen

@Klausschillert: Die elektrische Wärmepumpe hat den Vorteil, dass sie ein Mehrfaches der zum Antrieb nötigen Strommenge aus der Umwelt gewinnt. Oft ist in Wärmepumpenheizungen ein Heizstab eingebaut, der direkt mit Strom betrieben wird und die wenigen einzelnen kältesten Tage des Jahres abdeckt. In den letzten Jahren wurde der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Netzstrom gesteigert: Hauptsächlich neue Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen sind dafür verantwortlich. Doch noch immer wird Haushaltsstrom zu einem großen Teil aus Braun- und Steinkohlekraftwerken, Kernkraftwerken und Gaskraftwerken gewonnen, was mit einer erheblichen Umweltbelastung einher geht. Bei Verwendung von Strom als Heizenergie ist diese Umweltbelastung lediglich am Ort der Wärmenutzung nicht sichtbar.
Die umwelt- und klimaschädlichen Folgen der Nutzung von Kohle, Öl, Gas und Uran zu begrenzen, ist es nötig, möglichst viele erneuerbare Energieträger einzusetzen. Das ist im Bereich der Wohngebäude hauptsächlich die Umweltwärme von Luft und Erdreich (über Wärmepumpen), die direkte Nutzung der Sonnenstrahlen (Wärme aus Solarkollektoren und Strom aus Photovoltaik-Modulen) oder die indirekte Nutzung der Sonnenenergie über Holz (Wärme aus Holzpellets).
Die direkte Nutzung von Strom zur Beheizung, ohne mittels Wärmepumpen ein Mehrfaches an Umweltwärme damit zu gewinnen, ist beim heutigen Strommix insgesamt mit größeren Umweltbelastungen verbunden, als sie eine Gasheizung erzeugte. Ausnahmen davon wäre natürlich die Nutzung selbsterzeugten PV-Stroms zur Wärmeerzeugung, falls er „überschüssig“ ist, also gerade kein Haushaltsstrombedarf vorliegt).
Die Infrarotheizung ist eine solche reine Stromheizung, die wir aus den o.g. Gründen nicht empfehlen können, wohl wissend, dass sie von den Anbietern mit einfacher Montage und den nicht sichtbaren Emissionen beworben wird. (PS/mk)