Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat gegen Rudolf H. und Andreas P., Initiatoren der Treuhand- und Vermögensverwaltung "Infothek 3000" in Schwäbisch Gmünd sowie der Add Income Ltd. bereits Anfang Mai dieses Jahres Haftbefehle erlassen. Sie wirft ihnen Kapitalanlagebetrug vor. Die beiden Männer sollen von August 1998 bis Februar 2000 etwa 3.000 Anleger um rund 4 Millionen Mark geschädigt haben. Das teilte Christof Kleiner, Leiter der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage mit.

Finanztest hat bereits seit 1998 vor den Angeboten der Vorgängerfirma Herbst, Pusch & Partner Job-Management und Finanzberatung sowie der Infothek 3000 gewarnt. Besonders dubios waren die "Geschäftspool-Beteiligungen" an der Infothek 3000, die zuletzt über die Add Income Ltd. ­ nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft eine "bloße Briefkastenfirma" vertrieben wurden. Für 50-Mark-Beteiligungen wurde Anlegern ein 100-prozentiger Gewinn pro Jahr versprochen, was natürlich völlig unrealistisch war.

Hereingefallene Anleger haben jedoch vermutlich nicht alles Geld verloren. Denn die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Geld beschlagnahmt. Anleger müssen deshalb ihre Rückzahlungsansprüche schnellstmöglichst gerichtlich geltend machen und einen Vollstreckungstitel erlangen. Denn die Forderungen der Gläubiger werden nach der Reihenfolge der Zwangsvollstreckungsanträge befriedigt. Das beschlagnahmte Geld reicht aber vermutlich nicht aus, um alle Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen.

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