Schlechte Nachrichten für Aktionäre der Infomatec AG: Wer auf deren falsche Pflichtmitteilung aus dem Jahr 1999 vertraut und nach einem Kauf der Aktie Verluste gemacht hat, kann nun doch keinen Schadenersatz fordern. So hat das Oberlandesgericht München entschieden (Az. 30 U 855/01) und ein anlegerfreundliches Urteil vom Landgericht Augsburg aufgehoben. Die Münchner Richter sahen keinen Grund für einen Schadenersatz. Der Anwalt des Klägers hat Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt.

Inzwischen hat sich die Gesetzeslage für Schwindeleien mit Pflichtmitteilungen geändert. Seit Juli 2002 haben Anleger einen Anspruch auf Ersatz, wenn sie Aktien kaufen und Kursverluste erleiden, weil sie auf unwahre Veröffentlichungen einer börsennotierten Aktiengesellschaft vertraut haben. Wie der Nürnberger Anwalt und Aktienrechtsexperte Harald Schumm beobachtet hat, formulieren die Gesellschaften ihre Mitteilungen aber inzwischen „so vorsichtig und nebulös“, dass Aktionäre es schwer haben, die Unrichtigkeit nachzuweisen.

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