Infomatec AG Meldung

Deutsche Aktiengesellschaften überschwemmen ihre Aktionäre mit Ad-hoc-Mitteilungen: 1999 waren es bereits 3.400, in diesem Jahr werden es 6.000 sein. Doch nicht immer stimmt, was drin steht. Erstmals gehen jetzt Justizbehörden und das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) gemeinsam gegen den Missbrauch von Ad-hoc-Mitteilungen durch Aktiengesellschaften vor.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat im Oktober die Büros der Software-Firma Infomatec Integrated Information Systems AG durchsucht. Die Ermittler werfen den Vorständen der Aktiengesellschaft Betrug und Insidergeschäfte vor.

Infomatec hatte in Ad-hoc-Mitteilungen stark überhöhte Umsatzerwartungen angegeben. Sie wurden mittlerweile halbiert, Anleger erlitten dramatische Verluste. Den Vorständen wird vorgeworfen, sie hätten die von ihnen selbst in die Höhe getriebenen Kurse genutzt, um einen Teil ihrer eigenen Aktien zu verkaufen. Erst kürzlich hatte das BAWe alle börsennotierten Aktiengesellschaften ermahnt, Ad-hoc-Mitteilungen nicht für Werbezwecke zu missbrauchen. "Erfundene Sachverhalte" hätten darin nichts zu suchen.

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