Info-Angebot Alten­pfle­geaus­bildung Schnelltest

Auszubildende zum Alten­pfleger werden dringend gesucht. Ein behördliches Portal im Internet informiert Interes­sierte über Ausbildung und Beruf und bietet Unent­schlossenen die Möglich­keit zur Beratung. test.de hat das Angebot unter die Lupe genommen.

Das Angebot

Altenpflegeausbildung.net ist ein Internetportal des Bundes­amts für Familie und zivilgesell­schaftliche Aufgaben (Bafza). Es ist Teil der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege von Bund, Ländern und Verbänden. Sie hat das Ziel, mehr Menschen für den Beruf des Alten­pflegers zu gewinnen. In Deutsch­land fehlen tausende Fach­kräfte. Das Portal informiert nicht nur über die dreijäh­rige Ausbildung zum staatlich geprüften Alten­pfleger, es bietet Interes­sierten auch die Möglich­keit, sich beraten zu lassen. Denn nicht jeder ist für die körperlich und emotional anstrengende Arbeit mit älteren, pflegebedürftigen Menschen geeignet. Wer auf der Start­seite den Reiter Beratungsteam Altenpflegeausbildung auf der linken Bild­schirmseite anklickt, erhält die Kontakt­daten zu Beratern in ganz Deutsch­land. Die Beratung ist kostenlos und telefo­nisch, per E-Mail oder teil­weise auch persönlich vor Ort möglich.

Die Angebote im Test

Die Weiterbildungs­experten der Stiftung Warentest haben zum einen das Portal und seine Informationen durch Fach­gut­achter prüfen lassen, zum anderen die Beratung unter die Lupe genommen. Dafür haben geschulte Test­personen insgesamt sieben Berater des Beratungsteams Altenpflegeausbildung aus sieben Bundes­ländern telefo­nisch kontaktiert. Sie gaben vor, sich für eine Ausbildung zum Alten­pfleger zu interes­sieren und baten um Entscheidungs­hilfe.

Informationen sind umfassend, aber manchmal versteckt

Das Angebot auf Altenpflegeausbildung.net ist informativ. Interes­sierte erfahren alles, was sie über die Ausbildung wissen müssen – von den Ausbildungs­voraus­setzungen und Ausbildungs­inhalten über Vertrags­gestaltung und Verdienst bis zu den Arbeits­feldern in der Alten­pflege. Die Informationen dazu sind korrekt und aktuell. Außerdem ist die Webseite ansprechend gestaltet. Leider ist manchmal etwas Zeit und Geduld gefragt, um die relevanten Inhalte zu finden. Denn das Portal richtet sich nicht ausschließ­lich an Ausbildungs­interes­sierte, also an Schul­abgänger oder Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen. Zum Kreis der Adressaten gehören zum Beispiel auch Pfle­geeinrichtungen und Berufs­fach­schulen für Alten­pflege, die das Portal dazu ermutigen will, verstärkt auszubilden. Das wird auf der Start­seite aber nicht sofort deutlich, sondern erst durch einen Klick auf „mehr“ im Gruß­wort von Ministerin Kristina Schröder.

Informationen geschickt versteckt

Genauso versteckt, wie der Hinweis auf die verschiedenen Ziel­gruppen des Portals, sind teil­weise auch Informationen für Ausbildungs­interes­sierte. Sie werden nicht nur unter Ausbildung fündig, sondern auch in anderen Rubriken. Der Klick auf Überblick Altenpflegeschulen unter der Rubrik Altenpflegeschulen zum Beispiel führt zu einer hilf­reichen Liste mit Berufs­fach­schulen für Alten­pflege bundes­weit. Auch unter Der Unterricht steht Wissens­wertes zu den Ausbildungs­themen. Weitere kleine Kritik­punkte: Die Angaben über Weitere Finanzierungsmöglichkeiten in der Rubrik Ausbildung könnten für Ausbildungs­interes­sierte verwirrend sein. Hier geht es nämlich nicht nur um Fördergelder für Azubis, sondern auch für Weiterbildungs­willige. Etwas unver­ständlich auch: Die Aussagen zur Umschulung durch die Arbeits­agenturen.

Beratung: Mal gut, mal schlecht

Was die Qualität der Beratungs­gespräche betrifft, lautet das Fazit der Tester: Insgesamt eher mittel­mäßig. Man kann Glück haben oder Pech – derart unterschiedlich war die Qualität. Offen­bar kommt es darauf an, an welchen Berater man gerät. Im schlechtesten Fall dauerte das Telefonat, das die Test­person mit einem Berater führte, nur sechs Minuten. Der Geräusch­kulisse im Hintergrund nach zu urteilen saß ihr Gesprächs­partner im Auto. Mehr als ein paar Informationen zum Beruf und zu den Voraus­setzungen für die Ausbildung gab es nicht. Im besten Fall nahm sich der Berater mehr als eine halbe Stunde Zeit für die Test­person und reflektierte mit ihr gemein­sam, ob der Beruf für sie infrage kommen könnte. Das Gespräch ging weit über bloßes Informieren hinaus. Der Berater erkundigte sich zum Beispiel nach Schul­abschluss und Berufs­erfahrungen unseres Testers, fragte nach seiner familiären Situation und seinen Vorstel­lungen von dem Beruf. So sollte eine gute Beratung ablaufen.

Manche Berater sind schwer erreich­bar

Problematisch auch: Nicht über­all waren die Berater telefo­nisch gut erreich­bar. In vier Fällen bekamen unsere Test­personen ihre Ansprech­partner erst nach mehreren Anruf­versuchen an die Strippe. Hilf­reich wäre es, wenn die Berater Sprech­zeiten angeben würden.

Tipp: Wenn Sie mit Ihrer Beratung nicht zufrieden waren, rufen Sie einfach einen anderen Ansprech­partner an. Sie können auch Berater aus anderen Bundes­ländern kontaktieren.

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