Inflation Was Ihr Geld noch wert ist

2
Inflation - Was Ihr Geld noch wert ist
Schwer zu stemmen. Was im Einkaufs­wagen landet, wird immer teurer. © Getty Images/fStop

Die Inflations­rate bleibt hoch – im Juni waren es 7,6 Prozent. Viele Menschen sind verunsichert. Doch sie können einiges gegen den Preis­auftrieb tun.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Krankenkasse – Fixkosten mit Spar­möglich­keit

(Update 30.6.2022)

Die Beiträge zur Krankenkasse sind ein fester Posten im Budget von gesetzlich Kranken­versicherten in Deutsch­land. Schon kleine Beitrags­unterschiede wirken sich übers Jahr je nach Einkommen ordentlich aus. Steigen die Ausgaben einer Kasse stärker als ihre Einnahmen, muss sie ihren individuellen Zusatz­beitrag erhöhen. Ob das 2023 bei vielen Kassen der Fall sein wird, ist noch offen, auch wenn in einigen Medien aktuell bereits darüber spekuliert wurde.

Sonderkündigungs­recht, wenn Zusatz­beitrag steigt

Fest steht: Erhöht eine Kasse ihren Zusatz­beitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungs­recht. Sie können zu einer güns­tigeren Kasse wechseln. Aktuell kostet die güns­tigste bundes­weite Kasse 15,29 Prozent im Monat, die teuersten liegen bei 16,2 Prozent. Unser Krankenkassenvergleich zeigt aktuelle Beiträge und Extra­leistungen. Je nach Einkommen kann ein Kassen­wechsel mehr als 200 Euro Ersparnis pro Jahr bringen.

Preis­anstieg im Juni leicht verlang­samt

(Update 29.6.2022)

Das Tempo des Preis­anstiegs hat sich im Juni 2022 leicht verlang­samt. Gegen­über dem Vorjahres­monat betrug die Inflation nach vorläufigen Zahlen 7,6 Prozent, wie das Statistische Bundes­amt in Wiesbaden meldete. Im Mai hatte der Anstieg noch 7,9 Prozent betragen. Laut Bundes­amt sind Sonder­effekte wie die Auswirkungen des 9-Euro-Tickets und des Tank­rabatts in den Ergeb­nissen enthalten. Allerdings lasse sich in den vorläufigen Ergeb­nissen noch nicht darlegen, in welchem Maß diese Sonder­effekte auf die Preis­entwick­lung im Juni Einfluss genommen haben.

Alarm­stufe fürs Gas

(Update 27.6.2022)

Wegen der stark einge­schränkten Gasimporte aus Russ­land hat das Bundes­wirt­schafts­ministerium die zweite Stufe des Notfall­plans Gas, die Alarm­stufe, ausgerufen. Faktisch heißt das, es kommt bereits zu Liefer­engpässen, aber der Markt kann die Engpässe bisher ausgleichen. Eine weitere Drosselung der Lieferungen ist jedoch nicht auszuschließen. Vorsorglich ruft die Bundes­regierung die Bürgerinnen und Bürger zum Energiesparen auf.

Wir haben zusammengefasst, auf welche Konsequenzen sich Privathaushalte, die mit Gas heizen, aktuell und womöglich in naher Zukunft einstellen müssen.

Preis­druck auf Mieten

(Update 14.6.2022)

Hohe Inflation gleich hohe Miete? Die Wohnungs­baugesell­schaft Vonovia hat unlängst verkündet, dass sie Miet­erhöhungen in nächster Zeit inflations­bedingt für unausweichlich hält. Ob eine Erhöhung im Einzel­fall berechtigt ist oder nicht, sollten Mietende aber genau prüfen, bevor sie einer Erhöhung zustimmen. Wegen der hohen Energiepreise tatsäch­lich unausweichlich dürfte ein Anstieg der Nebenkosten sein. Wie hoch dieser Anstieg bei Ihnen ausfällen könnte, können Sie mit unserem Nachzahlungsrechner Energiekosten abschätzen.

Recht­lich zulässig ist eine Miet­erhöhung wegen Inflation in der Regel bei sogenannten Indexmietverträgen, denn sie sind direkt an den Preis­index gebunden. Doch auch hier gelten Regeln, vor allem für den Zeit­punkt der Erhöhung.

Alles zu Miet­erhöhungen auf test.de

Hier sind Miet­erhöhungen bei Verträgen ohne besondere Vereinbarung zu Veränderungen der Miete Thema.

Alles zu Miet­erhöhungen...

Außerdem wichtig:

Mietpreisbremse: Wie Sie sich gegen zu hohe Mieten wehren

Nebenkostenabrechnung: So prüfen Mieter die Betriebs­kosten­abrechnung

Wann es lohnt, eine Immobilie zu kaufen statt zu mieten

Wieviel bringt die staatliche Entlastung?

(Update 3.6.2022)

Die Entlastungs­pakete der Bundes­regierung sollen bei den derzeit starken Preissteigerungen helfen. Die Maßnahmen sind vielfältig: Es gibt unter anderem einen höheren Steuerfrei­betrag, eine Energiepreispauschale für Erwerbs­tätige, einen Familien­zuschuss für Eltern mit Kindern, einen Tank­rabatt oder das 9-Euro-Ticket. Rechnungen der gewerk­schafts­nahen Hans-Böckler-Stiftung zeigen, wie stark einzelne Haushalte betroffen sind und wie unterschiedlich die staatliche Hilfe wirkt. Das Fazit der Studie: Von den Entlastungen profitieren vor allem Erwerbs­tätige mit nied­rigem bis mitt­leren Einkommen sowie insbesondere Familien.

Haus­halts­typ

Netto­einkommen1(Euro)

Belastung durch Preissteigerung Januar–April 2022 (Euro)

Entlastung durch Regierungs­pakete im gesamten Jahr 20222 (Euro)

Durch­schnitts­haushalt mit 2 Personen

3 661

329

781

Allein­lebende

< 900

124

339

Allein­lebende im
Ruhe­stand

< 900

151

46

Allein­lebende

> 5 000

330

435

Paare mit 2 Kindern

2 000–2 600

398

1 006

Paare mit 2 Kindern

3 600–5 000

465

1 021

Paare mit 2 Kindern,
nur einer erwerbs­tätig

3 600–5 000

437

749

Allein­erziehende mit
2 Kindern

2 000–2 600

330

629

Die genauen Berechnungs­grund­lagen finden Sie unter: imk-boeckler.de.

Quelle: Institut für Makro­ökonomie und Konjunktur­forschung der Hans-Böckler-Stiftung

1
Einkommens- und Verbraucher­stich­probe. Wenn nicht anders vermerkt, sind Erwachsene im Haushalt erwerbs­tätig.
2
Nicht enthalten sind Einmalzah­lungen in Höhe von insgesamt 200 Euro für Menschen, die Sozial­hilfe, Grund­sicherung oder Arbeits­losengeld 2 beziehen aus dem ersten und dem zweiten Entlastungs­paket oder Heiz­kosten­zuschüsse.

Wie Aktien, Gold und Anleihen vor Inflation schützen

(Update 30.05.2022)

Die Inflations­rate ist im Mai voraus­sicht­lich auf 7,9 Prozent gestiegen. Schon im April waren es 7,4 Prozent. Viele Menschen haben die Geld­entwertung beim Bezahlen im Supermarkt bereits deutlich gespürt: Brot, Gemüse, Milch – alles ist teurer geworden. Die größten Preistreiber im Warenkorb sind aber die Energiekosten, wie die Grafik zeigt.

Chart: Die Preissteigerung mit und ohne Energiekosten

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Auch Anle­gerinnen und Anleger machen sich zunehmend Sorgen, wie sie bei den immer noch mick­rigen Zinsen ihre Erspar­nisse vor Entwertung schützen können. Wir haben das analysiert und dazu verschiedene Anla­geklassen lang­fristig untersucht. Die folgende Grafik zeigt die realen Renditen von Aktien, Gold und Anleihen mit verschiedenen Lauf­zeiten. Real, das heißt nach Abzug der Inflation. Klar ist: Je höher die Rendite­chancen, desto größer die Wahr­scheinlich­keit, dass auch bei hohen Preissteigerungs­raten unterm Strich noch was übrig bleibt.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Auch Anleihen mit Schutz

Zu den Anla­geklassen mit den besten Rendite­chancen gehören Aktien. Wie die Grafik zeigt, weist der Welt­aktien­index MSCI World über die Gesamt­zeit den höchsten Inflation­schutz auf, der Dax hingegen liegt leicht hinter Gold. Nur in den 70er- und den Nullerjahren haben Anleger mit Aktien real Geld verloren. Auch Gold, von dem viele denken, es ist der Inflations­schutz über­haupt, hatte eine Schwächephase: Sowohl in den 80er- als auch in den 90er-Jahren gab es mit dem Edel­metall real Verlust.

Was viele erstaunen dürfte: Auch Anleihen können vor Inflation schützen – allerdings nur, wenn es Zinsen gibt. Noch in den 2010er-Jahren warfen Bundes­anleihen mit längeren Lauf­zeiten real Gewinn ab. Seit einiger Zeit sieht es aber übel aus.

Tipps für die Geld­anlage

Wir wissen nicht, wie sich Aktien, Anleihen und Gold in den nächsten Jahren entwickeln. Aus diesem Grund empfehlen wir einen Mix aus verschiedenen Anlageformen: Aktienfonds Welt als Rendite­baustein fürs Depot, dazu Zins­anlagen – auch wenn sie sich kaum rentieren, sind sie als Sicher­heits­anker dennoch notwendig. Wer mag, kann dazu unserer Anla­gestrategie, dem Pantoffel-Portfolio folgen. Gold eignet sich als Beimischung fürs Depot. Mehr als zehn Prozent sollte sein Anteil nicht ausmachen. Eine weitere Beimischungs­idee sind Energie- und Rohstofffonds. Auf diese Weise können Anle­gerinnen und Anleger ihre gestiegenen Energiekosten zumindest zum Teil wieder ausgleichen. Ebenfalls vor Inflation schützen können inflationsindexierte Anleihen. Anlegende sollten allerdings beachten, dass Anleihen Verluste machen können, wenn die Zinswende kommt und die Zinsen wieder steigen.

Die größten Preistreiber im Warenkorb

(Update 22.04.2022)

Die Wochen­einkäufe im Supermarkt sind teurer geworden, das Tanken reißt ein regelrechtes Loch in den Geldbeutel. Wohl jeder hat die hohe Inflations­rate schon zu spüren bekommen. Aber welche Produkte sind denn nun die größten Preistreiber? Wir haben uns den Warenkorb einmal näher angeschaut. Besonders krass ist der Preis von Heizöl gestiegen, der hat sich binnen Jahres­frist verdoppelt. Aber auch Gemüse hat sich stark verteuert, ebenso Hand­werker (Instandhaltung und Reparatur der Wohnung). Die Grafik zeigt die Top Ten der Preistreiber auf Jahres­sicht. Zum Vergleich haben wir die Preis­änderungen auf Monats­sicht daneben gestellt.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die güns­tiger sind als vor einem Jahr. Das Telefonieren gehört dazu, ebenso wie Bier. Die Grafik zeigt die zehn Produkte, die auf Jahres­sicht am wenigsten im Preis gestiegen sind. Dort, wo kein Balken sicht­bar ist, sind die Preise konstant geblieben.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

In der folgenden Grafik haben wir die einzelnen Komponenten nach ihrer Bedeutung im Warenkorb sortiert. Die Nettokaltmiete zum Beispiel macht 19,6 Prozent am Warenkorb aus (steht in der Legende). Ihr Preis ist seit einem Jahr – glück­licher­weise – nur um rund 1,6 Prozent gestiegen. Die zweitgrößte Komponente sind Kraft­stoffe mit einem Anteil von 3,5 Prozent. Hier schlägt die Inflation schon stärker zu: plus 47,1 Prozent.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wo der größte Geld­fresser lauert, zeigen wir in der folgenden Grafik noch einmal die Preissteigerungs­raten der zehn Produkte mit dem größten Einfluss aufs Budget. Dazu haben wir den Anteil des Produkts im Warenkorb mit der Preissteigerungs­rate eines Jahres multipliziert. Wer seine persönliche Inflation nied­rig halten will, sollte sich vor allem hier nach Spar­möglich­keiten umsehen. Wer mag, kann vielleicht vom Auto aufs Fahr­rad umsteigen, dann hat er den größten Geld­fresser, das Tanken, von der Backe. Beim zweitgrößten Geld­fresser wird es schon schwieriger. Heizung runterdrehen wäre eine Idee. Zum Glück kommt jetzt erst einmal der Sommer.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

So viel teurer sind die Warenkorb-Komponenten

(Update 04.04.2022)

Das Statistische Bundes­amt berechnet die Inflation anhand der Preis­entwick­lung eines repräsentativen Warenkorbes. Er besteht aus rund 650 Produkten und Dienst­leistungen, die in zwölf Haupt­kategorien einge­teilt sind. Das größte Gewicht entfällt auf das Wohnen inklusive Wasser, Strom, Gas und anderen Brenn­stoffen. Nahrungs­mittel stehen an vierter Stelle, mehr Geld geben die Bürgerinnen und Bürger für Verkehr und Frei­zeit­aktivitäten aus. Schluss­licht sind Bildungs­ausgaben.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Der folgende Chart zeigt die Preis­entwick­lung der Warenkorb-Komponenten seit Jahres­beginn. Am stärksten stiegen in diesem Zeitraum die Wohn­kosten, gefolgt von „Verkehr“ sowie „Nahrungs­mittel und alkoholfreie Getränke“. Etwa gleich geblieben sind die Ausgaben für die Gesundheit. Gesunken sind die Kosten für Bekleidung und Schuhe.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Ein etwas anderes Bild ergibt sich in der lang­fristigen Betrachtung. Seit Ende 1999 sind die Preise für Alkohol und Tabak am stärksten gestiegen. Auch Fahren kam teuer. Dagegen sind die Ausgaben für die Kategorie „Post und Tele­kommunikation“ stark gesunken.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

2

Mehr zum Thema

  • Inflation Starker Preis­anstieg im 2. Halb­jahr

    - Die Inflation dürfte weiter anziehen, vermutet Stephan Kühnlenz. Im Interview erläutert der Finanztest-Experte, was das für die Geld­anlage bedeutet.

  • Vermögens­strategie Mit Sach­werten gegen die Inflation

    - Die Inflation steigt. Was tun? Nur mit Sach­werten lässt sich gegen­steuern. Finanztest zeigt, wie Sparer mit Aktien, Gold oder Immobilien ihr Geld vor Inflation schützen.

  • Inflation Einfach erklärt

    - Hohe Inflations­raten bereiten vielen Menschen Sorgen. Doch was ist eine Inflation eigentlich? Wie wird sie gemessen? Und was heißt das für Sparer? Wir erklären es.

2 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.06.2022 um 15:37 Uhr
Link defekt

@echnaton2: Vielen Dank für den Hinweis. Sie finden dort jetzt den Artikel zur Prüfung der Nebenkostenabrechnung und den Nachzahlungsrechner Energiekosten.

echnaton2 am 28.06.2022 um 13:47 Uhr
@redaktion : Link defekt

@redaktion Der Link oben im Artikel ist defekt: die Ergänzug am 14.6.22 mit der Überschrift "Preisdruck auf Mieten" enthält einen defekten Link bei "Anstieg der Nebenkosten".
Bitte den Link reparieren und diesen Kommetar dann entfernen ;-)