Inflations­schutz fürs Depot: Der richtige Mix schützt am aller­besten

Anleger können ihr Vermögen weiterhin so zwischen Aktien und Anleihen oder Aktienfonds und Rentenfonds aufgeteilt lassen, wie es ist. Wichtig ist aber, dass die Aufteilung ihrer Risiko­bereitschaft entspricht.

Wir empfehlen auch sicher­heits­orientierten Anlegern zumindest einen kleinen Anteil an Aktienfonds – voraus­gesetzt, sie wollen ihr Geld nicht nur kurz­fristig anlegen.

Welche Mischung passt, das zeiget der Produktfinder Fonds. Die Anleger haben die Wahl zwischen drei verschiedenen Varianten. Es gibt ein Sicher­heits­depot mit einem Aktienfonds­anteil von 15 Prozent, ein ausgewogenes Depot mit einem Aktienfonds­anteil von 40 Prozent und ein Renditedepot mit einem Aktienfonds­anteil von 70 Prozent.

Wir haben über­prüft, wie sich unsere Musterdepots seit 1970 im Vergleich mit den verschiedenen einzelnen Anla­geklassen geschlagen hätten.

Die höchste Rendite nach Abzug der Inflation haben Aktien gebracht, gefolgt von Gold (siehe Tabelle: Das waren Zeiten). Gleich­zeitig war die Wahr­scheinlich­keit, mit einer Anla­geklasse in einem Jahr einen Verlust zu erzielen, bei Gold am größten. Und zwar mit Abstand: In über 40 Prozent der untersuchten Einjahres­zeiträume lagen Anleger mit Gold im Minus. Bei Aktien waren es nur 30 Prozent.

Inflation Test

Die realen Renditen unserer Depots lagen zwischen 4,4 und 6 Prozent pro Jahr. Die Verlustwahr­scheinlich­keiten betrugen zwischen 20 und 25 Prozent. Der Glanz des Goldes trübt sich noch mehr ein, wenn man sich die längsten Phasen realer Verluste anschaut (siehe Grafik).

Wer sich Anfang der acht­ziger Jahre von der Panik um die zweite Ölkrise und den Einmarsch der Russen in Afgha­nistan anste­cken ließ und Gold auf dem Höchst­stand kaufte, hat 27 Jahre warten müssen, bis er nur seinen Einsatz wieder heraus­hatte.

In Krisen­zeiten, wenn viele Leute Gold kaufen, kann es sein, dass der Gold­preis über seinen ursprüng­lichen Tausch­wert hinaus steigt und sich eine Spekulations­blase bildet. Platzt die Blase, ist der Schutz dahin und der Anleger hat sogar noch weniger Geld, als wenn er es nicht vor der Inflation in Sicherheit gebracht hätte.

In der jetzigen Krise hat Gold schon mehrere neue Höchst­stände erreicht. Es kann daher schon zu spät sein, um jetzt noch einzusteigen.

Auch die Aktienmärkte lagen bis zu zehn Jahre im Verlust. Die kürzesten Verlust­phasen gab es mit einjährigen Staats­anleihen: Spätestens nach drei­einviertel Jahren stand wieder ein Plus zu Buche. Nur wenig länger – vier Jahre – hätte es gedauert, bis Anleger mit unserem Sicher­heits­depot wieder ins Plus gekommen wären.

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