Vermögens­strategie

Die Preistreiber im Warenkorb

Vermögens­strategie - Mit Sach­werten gegen die Inflation
Hohe Preise. Ob im Supermarkt oder beim Bezahlen an der Tank­stelle: Wohl jeder hat die hohe Inflation im eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen. © Getty Images / Tomasz Skoczen

Die Inflation reißt tiefe Löcher ins Budget. Gestiegen sind vor allem Energie- und Lebens­mittel­preise. Der Warenkorb zeigt, wo es sich am meisten zu sparen lohnt.

Inhalt

Energie ist um 35 Prozent teuer geworden

Viele Jahre galt sie als besiegt, jetzt ist sie umso stärker zurück: die Inflation. Im April 2022 betrug die jähr­liche Preissteigerungs­rate 7,4 Prozent – so die vorläufige Schät­zung des Statistischen Bundes­amts. Das ist so viel wie seit Herbst 1981 nicht mehr. Besonders stark gestiegen sind die Energiepreise. Gegen­über dem Vorjahr haben sie sich um rund 35 Prozent verteuert. Die Lebens­mittel­preise sind im Vergleich zum April 2021 um 8,5 Prozent gestiegen.

Der statistische Warenkorb

Auch wenn die Preise von Benzin, Gas, Strom, Speise­fetten und Gemüse besonders stark gestiegen sind – im Gesamt­budget nehmen sie unterschiedlich viel Platz ein. Sonnen­blumenöl zum Beispiel reißt trotz Teuerung ein geringeres Loch in die Haus­halts­kasse als die Gaspreise, weil man nicht so viel davon benötigt.

Spartipps

Energie.
Die Preise für Öl, Gas und Strom sind am meisten gestiegen. Hier zu sparen, hilft viel. Online zeigen wir Ihnen, wie Sie den Stromanbieter wechseln und sparen können und worauf Sie bei Preiserhöhungen achten müssen. Energie und damit Kosten sparen können Sie auch mit dem Einbau einer neuen Heizung. Eventuell lohnt sich auch der Kauf spar­samer Haus­halts­geräte.
Konten.
Auch bei Bank­dienst­leistungen lässt sich sparen. Online finden Sie güns­tige Girokonten und Wertpapierdepots.
Versicherungen.
Prüfen Sie, ob ­Sie alle Ihre Versicherungen ­wirk­lich brauchen. Unser Versicherungs-Check hilft dabei. Schauen Sie ­außerdem, ob Sie Ihre Versicherungen nicht auch güns­tiger bekommen, das lohnt sich etwa bei der Privathaftpflicht, der Kfz-Versicherung oder der Krankenkasse.
Alters­vorsorge.
Inflation bedeutet, dass Sie mehr sparen müssen, um die Kauf­kraft Ihres Vermögens zu erhalten. Prüfen Sie geförderte Verträge. Riestern lohnt sich etwa für Kinder­reiche, die Betriebsrente, wenn der Arbeit­geber hohe Zuschüsse zahlt.

Die individuelle Inflation

Mithilfe des Warenkorbs können Verbrauche­rinnen und Verbraucher einschätzen, welches ihre persönlichen Preistreiber sind und wo sich Sparen am meisten lohnt – sofern möglich. Die Heizung ein biss­chen herunter­schalten zum Beispiel. Pendler können vielleicht Fahr­gemeinschaften bilden oder auf die Bahn umsteigen. Wer kein Auto hat, dem sind die Benzinpreise dagegen egal.

Vermögens­strategie - Mit Sach­werten gegen die Inflation
Die Grafik zeigt den Warenkorb. © Stiftung Warentest

Tipp: Wenn Sie sich den Warenkorb ganz genau anschauen wollen, können Sie ihn sich als PDF-Datei herunter­laden.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.05.2022 um 11:46 Uhr
Immobilien als langfristiger Inflationsschutz

@alle: Bitte beachten Sie, dass Immobilien als Kapitalanlage als eine (sehr) langfriste Anlage zu betrachten sind. Das Ziel eines Immobilienkaufs ist auf lange Sicht eine Rendite über der Inflation zu erzielen. Ob das im Einzelfall gelingt, hängt nicht nur von der durchschnittlichen Inflation in der Zukunft ab. Ob Immobilieneigentümer die anvisierten Mietsteigerungen und am Ende einen Verkaufspreis, der ihren Vorstellungen entspricht, hängt nicht allein vom Zinsniveau der Hypothekenkredite ab.

nightwalker311 am 05.05.2022 um 21:16 Uhr
Immobilien und Inflationsschutz?

Hallo, erstmal vielen Dank für den tollen Beitrag.

Ich habe noch eine Frage:
Die Zinsen können z.B. auf 5 % steigen und bei einer Inflation von 7% würde mit -2% Realrendite sich die Staaten weiter wie bisher entschulden. Somit ist eine Zinserhöhung wahrscheintlich.

Bei einem Zinsanstieg müssten doch die Immobilienpreise fallen, da Selbstnutzer nicht mehr so viel Kredit bekommen und Investoren dann auf Anleihen mit 5% ausweichen, statt auf eine Mietrendite von z.B. 1,5% in München zu setzen. Die Mieten können alle 3 Jahre max. um 20% bis zum Mietspiegel angehoben werden. Der Mietspiegel ist der Durchschnitt aus den letzten 6 Jahren und steigt somit langsamer als die Inflation an.
Wenn die Immobilienpreise fallen, wo habe ich dann Inflationsschutz?
Wo ist da der Fehler in meinem Gedankengang?
Über einen Beitrag in der Finanztest über die Auswirkungen eines Zinsanstieges auf die verschiedenen Anlageklassen würde ich mich sehr freuen.
Ich bedanke mich und viele Grüße

nightwalker311 am 01.05.2022 um 19:21 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.01.2022 um 13:01 Uhr
Zinsanlagen und Sicherheit

@alle; @andreas.nicola: Die von Finanztest empfohlenen Zinsanlagen werden von der Stiftung Warentest als sicher bezeichnet, weil die Spareinlagen für den Fall der Pleite des Bankinstituts über das Einlagensicherungssystem der Banken geschützt sind. Das ist ein gewichtiger Unterschied zu Anlageformen, bei denen ein Kursschwankungsrisiko besteht und / oder das Risiko des Totalverlustes.
Um den inflationsbedingten Wertverlust auszugleichen können Anlegerinnen nicht allein auf Tages- und Festgeldanlagen setzen. Doch ganz verzichten können Verbraucherinnen darauf auch nicht. Zum Beispiel sollte für kurzfristige Anschaffungen Geld auf dem Tagesgeldkonto geparkt werden. Und auch für den Sicherheitsbaustein beim Anlagekonzept der Pantoffel-Strategie sollte zumindest zu einem Anteil Tagegeld dabei sein, damit Aktien-ETF zugekauft werden können.
In diesem Artikel finden Anlegerinnen Hinweise darauf, mit welchen Anlagekonzepten sie versuchen können, den inflationsbedingten Wertverlust auszugleichen.
Wichtig: Es gibt keine Anlage, die alle denkbaren Anforderungen von Verbraucherinnen erfüllen. Daher macht es Sinn, unterschiedliche Anlagen zu kombinieren.

andreas.nicola am 04.01.2022 um 09:19 Uhr
Zinsanlagen nicht sicher!

Ich finde es bemerkenswert, dass Sie sogar in einem Artikel, in dem Sie selbst darauf hinweisen, dass derzeit eine Realverzinsung von mindestens MINUS 4 Prozent besteht - das nennen Sie "schleichende Entwertung" - und die Bundesbank von weiter steigenden Inflationsraten ausgeht, immer noch behaupten, klassische Zinsanlagen seien "sicher". Sie meinen damit den Nominalwert, aber der Realwert ist doch relevant! Ich finde, Sie sollten Ihre Sprachregelung anpassen und vom SICHEREN VERLUST einer Zinsanlage sprechen.
Wenn Sie schon Zinsanlagen als Anlageklasse empfehlen, dann vermisse ich aber die inflationsindexierten Staatsanleihen. Diese haben eine niedrige Grundverzinsung, zahlen aber einen inflationsabhängigen Ausgleich. So wird der Realwert wirklich und sicher erhalten und nicht nur der Nominalwert. Inflationsindexierte Anleihen gibt es auch als ETF!