Geld­anlage in der Inflation

Zins­anlagen: Mit und ohne Inflations­schutz

12
Inhalt

Für Zins­sparer sieht es zurzeit nicht gut aus. Weder Tages- noch Fest­geld bringen auch nur annähernd genügend Erträge, um den Kauf­kraft­verlust auszugleichen. Bei Zinsen von knapp über Null ergibt sich ein Realzins – der Zins nach Abzug der Inflation – von rund minus 7 Prozent.

Tages­geld und Fest­geld

Trotz Inflation und negativer Realrenditen sind Zins­anlagen wichtig als Stabilitäts­anker im Depot. Außerdem sollten Anle­gerinnen und Anleger stets eine Barre­serve von etwa drei Netto­monats­gehältern für Notfälle oder unerwartete Ausgaben vorhalten. Wir zeigen vierzehntäglich aktualisiert die besten Zinsangebote.

Kurs­verluste, wenn die Zinsen steigen

Die Zinsen für Anleihen sind zuletzt zwar gestiegen, doch auch sie liegen unter der aktuellen Inflations­rate. Ange­nommen, es bleibt bei hohen Preis­steigerungen, erleiden Anleger auch mit Euro-Rentenfonds reale Verluste. Das gilt für Rentenfonds mit Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie einem Mix aus Staats- und Unternehmensanleihen. Der folgende Chart verdeutlicht die Zins­entwick­lung am Euro-Anleihen-Markt.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Steigende Zinsen bei Anleihen haben außerdem erst einmal Kurs­verluste zur Folge. Investoren kaufen dann lieber neue, besser verzinste Papiere, die alten schlechter verzinsten ­verlieren an Wert. Das ist der Grund, weshalb Euro-Rentenfonds derzeit rote Zahlen schreiben.

Der folgende Chart zeigt die Entwick­lung der drei wichtigsten Anleihen-Indizes.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Inflations­geschützte Anleihen

Dieser Mecha­nismus – steigende Zinsen, fallende Kurse – greift auch bei ­inflations­geschützten Anleihen. Wegen der über­raschend hohen Inflation haben sie zuletzt aber gut performt: Per Ende Mai 2022 haben Fonds mit solchen Anleihen eine Jahres­rendite von mehr als 4 Prozent erzielt. Bei inflations­indexierten Papieren sind Zinsen und Rück­zahlung an die Inflations­rate ­gekoppelt. Steigt die Inflation, steigen auch die Zinsen. Und aus beispiels­weise 1 000 Euro Rück­zahlung werden bei 7 Prozent Inflation nach einem Jahr 1 070 Euro.

Inflations­geschützte Anleihen können sich lohnen, wenn die Inflation stärker steigt als erwartet. Aufgepasst: Das heißt nicht, dass man mit diesen Anleihen auto­matisch eine positive ­Realrendite ­erzielt. Aktuell sind die Endfäl­ligkeits­renditen negativ.

12

Mehr zum Thema

  • Ethisch-ökologische Investments Nach­haltig anlegen: Waffen und Atom­strom weiter tabu

    - Der Krieg in der Ukraine hat eine Debatte ausgelöst: Sind Waffen nach­haltig, wenn sie Frieden sichern? Hilft mehr Atom­strom? Wir fragen Anbieter nach­haltiger Fonds.

  • Brexit Das müssen Sie jetzt wissen

    - Am 31. Januar 2020 ist das Vereinigte Königreich aus der EU ausgeschieden. Ob Reisen, Studium, Geld­anlage oder Rente: test.de sagt, welche Folgen das für EU-Bürger hat.

  • Sparen für Kinder Die beste Rendite für den Nach­wuchs

    - Welche Geld­anlage ist die beste für den Nach­wuchs? Worauf müssen Eltern beim Sparen für Kinder achten? Die Experten der Stiftung Warentest haben den Markt gesichtet.

12 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Heiner52 am 02.10.2022 um 15:17 Uhr
Sachwert vs. Geldwert

Eigentlich eine Binsenwahrheit, Sachwerte tragen den Wert in sich, während Geld nur für das Versprechen steht, sich davon einmal etwas kaufen zu können. Aber, zu welchem Preis in der Zukunft, ist völlig offen. Allerdings gelten diese Prinzipien nur auf lange Sicht, sonst hätten die Sachwerte nach Bekanntwerden der hohen Inflationsrate einen Sprung nach oben machen müssen. Dagegen ist der Goldpreis in US$ betrachtet, ziemlich eingebrochen, von März bei fast 2000 US$ auf 1660 US$ aktuell. Auch der Immobilienmarkt erwartet eine "Preiskorrektur", weil die zuletzt stark gestiegenen Preise mit den ebenso gestiegenen Zinsen nicht finanzierbar sind.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.09.2022 um 09:59 Uhr
Inflationsgeschützte Anleihe ETF

@salaro: Normale EUR-Staatsanleihen haben seit Anfang 2022 knapp 16 % verloren.
Inflationsgeschützte EUR-Anleihen knapp 8 %.
D.h.: Der Kursverlust, der bei Anleihen in einem steigenden Zinsumfeld eintritt, konnte bei Inflationsanleihen gemildert, aber nicht vermieden werden.
Die Endfälligkeitsrendite ist bei gängigen Inflationsanleihen- und EUR-Staatsanleihen-Indizes positiv.

salaro am 24.09.2022 um 22:07 Uhr
Inflationsgeschützte Anleihe ETF

Wieso laufen derzeit inflationsgeschützte Anleihe ETFs so schlecht? Die funktionsweise ist mir da noch nicht so klar? Wo sind die Tücken?

Terentino2017 am 31.08.2022 um 14:38 Uhr
Immobilien und Inflationsschutz

@nightwalker311: Zitat: "Wenn die Immobilienpreise fallen, wo habe ich dann Inflationsschutz?"
Man kann und sollte nicht von der historischen auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung schließen. Wie von der Stiftung WT vom 06.05.2022 angemerkt ist die Wertentwicklung einer Immobilie von mehreren Faktoren abhängig.
Wie die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers 2007/2008 gezeigt hat, schützten auch Kapitalanlagen in Immobilien beim Platzen einer Spekulationsblase nicht vor "Inflation" bzw. Kapitalverlust.
Für die BRD gilt jedenfalls seit 1949, dass es unabhängig vom allgemeinen Zinsniveau und der konjunkturellen Entwicklung bislang keine "fallenden Immobilienpreise" gegeben hat mit Ausnahme von Einzelfällen, wenn man eine Immobilie erwirbt und sich später herausstellt, dass die Sanierung der Immobilie erheblich teurer wird als geplant. In empirischer Hinsicht ist das Gegenteil der Fall. Die Immobilienpreise sind in manchen Regionen bzw. Städten geradezu explodiert.

Terentino2017 am 31.08.2022 um 13:33 Uhr
Eine hohe Inflation trifft alle Bürger.

@Heiner52, Zitat: "Schließlich kann nur der verlieren, der etwas hat."
In einer Wirtschaftsordnung wie der Marktwirtschaft trifft eine (sehr) hohe Inflation nicht zuletzt über das Wirtschaftswachstum am Ende alle Bürger, die einen mehr und die anderen weniger.
Inflation bedeutet steigende Preise, Geldentwertung bzw. Kaufkraftverlust. Daher sind selbstverständlich auch die Bürger von Inflation betroffen, die über sehr wenig bzw. fast kein "Vermögen" verfügen wie z. B. Empfänger von Hartz IV.
Je größer allerdings das persönliche Vermögen ist, desto einfacher ist es auch, das Vermögen auf verschiedene Kapitalanlagen (Tagesgeld, Festgeld, Anleihen, Aktien, Immobilien, Antiquitäten, Gold usw.) zu verteilen und damit die Risiken und Chancen zu diversifizieren. Eine einfache Variante dieser Diversifikation ist das "Pantoffel"-Portfolio der Stiftung Warentest.
Und wer derzeit ein langfristiges Baudarlehen mit niedrigem Zinssatz tilgt, profitiert sogar von einer hohen Inflationsrate.