Vermögens­strategie

Sach­werte: Aktien und Aktienfonds

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Inhalt

Mit Aktien beteiligen sich Anleger direkt an börsen­gehandelten Firmen, werden also zu Miteigentümern. Aktionäre haben ein Stimm­recht auf der Haupt­versamm­lung ihres Unter­nehmens. Sie sind am Geschäfts­erfolg beteiligt, tragen aber auch das Risiko eines Total­verlusts. Die Rendite von Aktien stammte in der Vergangenheit im Durch­schnitt zu rund zwei Dritteln aus Kurs­gewinnen und zu etwa einem Drittel aus Dividenden – der Erfolgs­beteiligung von Aktionären.

Die reale Rendite ist positiv

Natürlich kann die Inflation auch auf die Gewinne drücken – wenn die Ausgaben für Löhne oder Rohstoffe steigen und die Unternehmen die höheren Kosten nicht über Preissteigerungen an ihre ­Kunden weitergeben können. Trotz verschiedener Inflations­phasen haben sich Aktien in den vergangenen Jahr­zehnten gelohnt und meist eine deutlich positive Realrendite erzielt. Im gesamten Zeitraum von 1970 bis heute hat der Welt­aktien­index MSCI World – nach Abzug der Inflation – mehr als 5 Prozent pro Jahr gebracht.

Ohne Vorkennt­nisse besser auf ETF setzen

Der Kauf einzelner Aktien ist für Menschen ohne Interesse an Wirt­schaft und Börsen nicht zu empfehlen. Sie greifen besser zu börsen­gehandelten Indexfonds, sogenannten ETF. Mit einem ETF, der etwa den Welt­aktien­index MSCI World abbildet, können sie ohne Vorkennt­nisse auf die globale Börsen­entwick­lung setzen. Wir stellen monatlich aktualisiert geeignete Fonds vor.

Pro und Kontra

+ Große Chancen.
Der Welt­aktienmarkt brachte in der Vergangenheit über lange Zeiträume durch­schnitt­lich 6 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr.
+Kurz­fristig verfügbar.
Aktien-ETF lassen sich jeder­zeit an der Börse verkaufen.
+ Regel­mäßige Einkünfte.
Über die Dividenden profitieren Aktionäre und Fonds­besitze­rinnen unmittel­bar vom Geschäfts­erfolg der Unternehmen.
− Kurs­schwankungen.
Anleger können nicht mit einer bestimmten Summe zum Zeit­punkt X planen.
− Verlustrisiko.
Selbst bei einer großen Streuung über ETF bleibt immer die Gefahr, dass eine Aktien­anlage im Minus endet.
− Hohes Preis­niveau
. Viele Aktien sind nach klassischen Bewertungs­methoden teuer. Die Gefahr von Rück­schlägen ist zurzeit erheblich.

Aktien mit Zins­anlagen mischen

Über­legen Sie sich, welches Risiko Sie mit Ihren Aktienfonds eingehen können. Wir empfehlen für die Aktienseite breit streuende Weltaktien-ETF mit dem Siegel „1. Wahl“. Als Sicher­heits­baustein sollten Sie auf Tagesgeld und Festgeld setzen. Eine Fifty-fifty-Mischung dürfte für die meisten Anleger akzeptabel sein.

Pantoffel-Portfolio für (fast) jeden

Ein flexibles Anlage­konzept ist das von Finanztest entwickelte Pantoffel-Portfolio. Es besteht aus Tages­geld und Aktien-ETF; die Mischung lässt sich den eigenen Wünschen anpassen. Die vorsichtige Variante mit nur 25 Prozent Aktien-ETF kommt selbst für Risikoscheue infrage. Bei einer Fifty-fifty-Mischung aus sicheren Zins­anlagen und breit aufgestellten Aktienfonds dürfte die Mehr­heit ganz gut aufgehoben sein. Bei der offensiven Pantoffel-Mischung mit einem Aktien­anteil von 75 Prozent sollten Anleger auf erhöhte Wert­schwankungen gefasst sein. Ein Pantoffel-Portfolio ist preis­werter und aussichts­reicher als die meisten Misch­fonds oder sogenannten Vermögens­verwaltungen, wie sie als Stan­dard­produkte von Banken angeboten werden.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.05.2022 um 11:46 Uhr
Immobilien als langfristiger Inflationsschutz

@alle: Bitte beachten Sie, dass Immobilien als Kapitalanlage als eine (sehr) langfriste Anlage zu betrachten sind. Das Ziel eines Immobilienkaufs ist auf lange Sicht eine Rendite über der Inflation zu erzielen. Ob das im Einzelfall gelingt, hängt nicht nur von der durchschnittlichen Inflation in der Zukunft ab. Ob Immobilieneigentümer die anvisierten Mietsteigerungen und am Ende einen Verkaufspreis, der ihren Vorstellungen entspricht, hängt nicht allein vom Zinsniveau der Hypothekenkredite ab.

nightwalker311 am 05.05.2022 um 21:16 Uhr
Immobilien und Inflationsschutz?

Hallo, erstmal vielen Dank für den tollen Beitrag.

Ich habe noch eine Frage:
Die Zinsen können z.B. auf 5 % steigen und bei einer Inflation von 7% würde mit -2% Realrendite sich die Staaten weiter wie bisher entschulden. Somit ist eine Zinserhöhung wahrscheintlich.

Bei einem Zinsanstieg müssten doch die Immobilienpreise fallen, da Selbstnutzer nicht mehr so viel Kredit bekommen und Investoren dann auf Anleihen mit 5% ausweichen, statt auf eine Mietrendite von z.B. 1,5% in München zu setzen. Die Mieten können alle 3 Jahre max. um 20% bis zum Mietspiegel angehoben werden. Der Mietspiegel ist der Durchschnitt aus den letzten 6 Jahren und steigt somit langsamer als die Inflation an.
Wenn die Immobilienpreise fallen, wo habe ich dann Inflationsschutz?
Wo ist da der Fehler in meinem Gedankengang?
Über einen Beitrag in der Finanztest über die Auswirkungen eines Zinsanstieges auf die verschiedenen Anlageklassen würde ich mich sehr freuen.
Ich bedanke mich und viele Grüße

nightwalker311 am 01.05.2022 um 19:21 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.01.2022 um 13:01 Uhr
Zinsanlagen und Sicherheit

@alle; @andreas.nicola: Die von Finanztest empfohlenen Zinsanlagen werden von der Stiftung Warentest als sicher bezeichnet, weil die Spareinlagen für den Fall der Pleite des Bankinstituts über das Einlagensicherungssystem der Banken geschützt sind. Das ist ein gewichtiger Unterschied zu Anlageformen, bei denen ein Kursschwankungsrisiko besteht und / oder das Risiko des Totalverlustes.
Um den inflationsbedingten Wertverlust auszugleichen können Anlegerinnen nicht allein auf Tages- und Festgeldanlagen setzen. Doch ganz verzichten können Verbraucherinnen darauf auch nicht. Zum Beispiel sollte für kurzfristige Anschaffungen Geld auf dem Tagesgeldkonto geparkt werden. Und auch für den Sicherheitsbaustein beim Anlagekonzept der Pantoffel-Strategie sollte zumindest zu einem Anteil Tagegeld dabei sein, damit Aktien-ETF zugekauft werden können.
In diesem Artikel finden Anlegerinnen Hinweise darauf, mit welchen Anlagekonzepten sie versuchen können, den inflationsbedingten Wertverlust auszugleichen.
Wichtig: Es gibt keine Anlage, die alle denkbaren Anforderungen von Verbraucherinnen erfüllen. Daher macht es Sinn, unterschiedliche Anlagen zu kombinieren.

andreas.nicola am 04.01.2022 um 09:19 Uhr
Zinsanlagen nicht sicher!

Ich finde es bemerkenswert, dass Sie sogar in einem Artikel, in dem Sie selbst darauf hinweisen, dass derzeit eine Realverzinsung von mindestens MINUS 4 Prozent besteht - das nennen Sie "schleichende Entwertung" - und die Bundesbank von weiter steigenden Inflationsraten ausgeht, immer noch behaupten, klassische Zinsanlagen seien "sicher". Sie meinen damit den Nominalwert, aber der Realwert ist doch relevant! Ich finde, Sie sollten Ihre Sprachregelung anpassen und vom SICHEREN VERLUST einer Zinsanlage sprechen.
Wenn Sie schon Zinsanlagen als Anlageklasse empfehlen, dann vermisse ich aber die inflationsindexierten Staatsanleihen. Diese haben eine niedrige Grundverzinsung, zahlen aber einen inflationsabhängigen Ausgleich. So wird der Realwert wirklich und sicher erhalten und nicht nur der Nominalwert. Inflationsindexierte Anleihen gibt es auch als ETF!