Inflation Preise ziehen kräftig an

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Die Inflation ist nach Deutschland zurückgekehrt. Sie tritt nicht als Schreckgespenst auf wie während der Ölkrisen 1973/74 und 1981, als 8-prozentige Teuerungsraten üble Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise weckten. Aber zumindest die Zeiten extrem geringer Preissteigerungen scheinen fürs Erste vorbei zu sein.

Im Mai kletterte die Inflationsrate mit 2,1 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Bereits im April war der Anstieg mit 1,6 Prozent bemerkenswert hoch ausgefallen. Verantwortlich waren neben dem starken Ölpreisanstieg vor allem deutlich höhere Preise für Alkohol und Zigaretten. Zudem macht sich seit Januar die Gesundheitsreform bemerkbar: Patienten müssen unter anderem bei Medikamenten stärker zuzahlen.

Inflation frisst Zinsgewinne

Die steigende Inflation schmälert die Kaufkraft der Verbraucher und mindert den Wert ihrer Ersparnisse – besonders, wenn die Preissteigerung auf ein historisch niedriges Zinsniveau trifft. Genau vor dieser Situation stehen Sparer im Moment. Für Zinspapiere mit einjähriger Laufzeit bekommen sie kaum mehr als 2 Prozent. Diese werden nun vollständig von der Inflation aufgefressen. Selbst von den knapp über 4 Prozent Rendite für zehnjährige Anleihen bleibt wenig übrig. Der Realzins, den wir aus der Rendite 10-jähriger Anleihen abzüglich der Inflationsrate errechnet haben, ist auf dem niedrigsten Stand seit 1993.

Es ist kein Wunder, dass viele Anleger an steigende Zinsen glauben und sich deshalb nicht längerfristig binden wollen. Allerdings geht ihnen damit einiges an Rendite durch die Lappen. Denn die Renditen für Anleihen mit kurzer Laufzeit sind im Verhältnis zu den langen Laufzeiten unverhältnismäßig niedrig.

Als goldener Mittelweg bieten sich vier- bis siebenjährige Laufzeiten an. Mit ihnen sind Anleger in der Vergangenheit fast immer gut gefahren.

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