Inflation Einfach erklärt

Inflation - Einfach erklärt
Weniger fürs Geld. Inflation bedeutet, dass das Geld im Portemonnaie an Wert verliert. © Getty Images / Richard Drury

Hohe Inflations­raten bereiten dem ein oder anderen Sorgen. Doch was ist eine Inflation eigentlich? Wie wird sie gemessen? Und was heißt das für Sparer? Wir erklären es.

Das sollten Sie wissen

  • Ein anderes Wort für Inflation ist Teuerung. Die Inflations­rate wird in Prozent ausgedrückt. Sie gibt an, wie sehr Preise für Waren und Dienst­leistungen in einem bestimmten Zeitraum – meist ein Jahr – gestiegen sind.
  • Wenn Preise steigen, verliert Geld an Wert. Verbrauche­rinnen und Verbraucher können sich von 100 Euro in diesem Jahr weniger kaufen als im Jahr zuvor. Das heißt die Kauf­kraft von 100 Euro sinkt.
  • Lassen Spare­rinnen und Sparer ihr Geld unver­zinst auf Giro- und Spar­konten liegen, verliert ihr Erspartes so seinen Wert.
Tipp:
Wie Sie Ihr Geld gegen Inflation schützen können, lesen Sie in unserem Artikel Inflation: So schützen Sie Ihr Geld. Mehr zur Inflation auch in unserem Interview zur Inflation mit dem Finanztest-Experten Stephan Kühnlenz.

Inflation: Bedeutung für Sparer

Inflation - Einfach erklärt

Die Inflation trifft Sparer in Zeiten nied­riger Zinsen besonders hart. Die Verzinsung auf dem Spar­konto und die Inflation ergeben zusammen den Realzins, also die „echte“ Verzinsung. Liegen die Zinsen bei 1 Prozent und die Inflation bei 1 Prozent, ist der Realzins 0 Prozent. Der Wert des Vermögens wird dann immerhin erhalten. Sind die Zinsen aber bei 0 Prozent und die Inflation bei 4 Prozent, liegt der Realzins bei minus 4 Prozent. Das Vermögen verliert mit der Zeit an Wert.

Den Wert­verlust von 1 000 Euro im Lauf der Jahre durch verschiedene Inflations­raten zeigt unsere Grafik:

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Warenkorb als Maß

Die Inflations­rate wird bestimmt, indem ein künst­licher Warenkorb betrachtet wird. Darin liegen Waren und Dienst­leistungen, die Privathaushalte typischer­weise kaufen. Das Statistische Bundes­amt hat dafür 650 Posten zusammen­getragen, von Mehl und Kürbissen über Bankgebühren und Haftpflichtversicherung bis zu Spiel­konsolen und Teddybären. Die Preise gehen unterschiedlich stark in die Inflations­berechnung ein.

Die persönliche Inflations­rate kann stark von der durch­schnitt­lichen Inflations­rate abweichen. Wer jeden Tag viel Auto fährt, ist von höheren Benzinpreisen stärker betroffen als Fahr­radfahrer.

2 Prozent Inflations­rate sind gewollt

Die Europäische Zentral­bank hat das Ziel, die Inflation „mittel­fristig“ bei 2 Prozent zu halten. Sie sagt, sie wolle damit auch eine zu nied­rige Inflation ausschließen, da ansonsten eine Deflation drohe. So bezeichnet man eine Entwick­lung, bei der Preise sinken. Die Argumentation der Zentral­bank: Wenn absehbar ist, dass Preise sinken, schieben Konsumentinnen und Konsumenten Anschaffungen auf und die Wirt­schaft käme zum Erliegen. Daher lege sie Wert auf leicht steigende Preise – als Sicher­heits­puffer.

Weitere Themen: Einfach erklärt

In unserer Artikel-Serie „Einfach erklärt“ gibt es außerdem diese Teile:

  • Steuerprogression: Einfach erklärt. Spitzen­steu­ersatz, Reichen­steuer, Durch­schnitts­steu­ersatz, Steuer­progression – wer zahlt wie viel? Sie verstehen nur Bahnhof? Wir verschaffen Ihnen den Durch­blick.
  • Gesetzliche Unfallversicherung: Einfach erklärt. Alle Beschäftigten stehen auto­matisch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung. Was das für sie bedeutet und in welchen Fällen die Versicherung hilft.
  • Bitcoin: Einfach erklärt. Mit Bitcoin soll man angeblich reich werden – aber wie funk­tioniert das virtuelle Geld? Wir erklären es. Dass Sie reich werden, können wir Ihnen aber nicht versprechen.

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