Jedes Jahr infizieren sich hierzulande etwa 800.000 Patienten mit Bakterien, Pilzen oder Viren während ihres Krankenhausaufenthalts. 30 bis 50 Prozent dieser Infektionen könnten nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) verhindert werden, wenn Hygienevorschriften eingehalten werden würden. Bis zu 40.000 Menschen sterben laut DGKH jedes Jahr an den Folgen der vermeidbaren Erkrankungen. Die Kosten für zusätzliche Behandlungen liegen bei vier bis fünf Milliarden Mark pro Jahr.

Am häufigsten sind Infekte der Harnwege, gefolgt von Atemwegsinfektionen, Entzündungen von Operationswunden und Blutvergiftungen.

"Oft sind die Hygieneregeln unbekannt oder werden nicht beachtet", sagt Professor Axel Kramer, Vorsitzender der DGKH. So werden etwa Harnwegs- oder Venenkatheter ohne sterile Handschuhe gelegt, Einwirkzeiten von Desinfektionsmitteln nicht beachtet oder medizinische Geräte vor der Wiederverwendung nicht ausreichend sterilisiert. Beim Verbandswechsel wird ohne sterile Kittel oder Mundschutz gearbeitet.

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