Infektionen mit EHEC-Erregern Meldung

Die auffällig hohe Zahl an Infektionen mit EHEC-Bakterien sorgt seit Tagen für große Verunsicherung. Die genaue Ursache der Infektion ist immer noch nicht klar. Trotzdem können Verbraucher das Risiko einer Ansteckung verringern, wenn Sie auf Hygiene achten. test.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen

Hinweis: Aktuelles zur EHEC-Infektion finden Sie hier.

Was mache ich mit rohem Gemüse? Soll ich auf Gurkensalat und Paprika verzichten?

Da nicht klar ist, woher die Infektionen stammen, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfehlen – über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus – vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. Falls Sie weiter Rohkost essen wollen, sollten Sie Gemüse und Obst auf jeden Fall gründlich mit Wasser waschen. Das gilt auch für abgepackte Salate. Wenn möglich, können Sie Obst und Gemüse zusätzlich schälen. Frisch Zubereitetes sollten Sie unverzüglich essen und nicht mehr lange stehen lassen. Und: Waschen Sie sich nach der Zubereitung wieder gründlich die Hände.

In welchen Speisen und Getränken können EHEC-Bakterien vorkommen?

Derzeit steht vor allem Rohkost aus Gemüse und Obst im Fokus (siehe weiter oben und Meldung: EHEC-Erreger). Bislang wurden EHEC-Bakterien aber vor allem in Lebensmitteln gefunden, die vom Tier stammen. Wie auch bei Salmonellen sind besonders tierische Speisen und Getränke kritisch, die roh gegessen werden. Dazu gehören Rohmilch und Käse aus Rohmilch, rohe Würste zum Streichen (Teewurst und Zwiebelmettwurst) und Tatar. Aber auch Roastbeef, Hamburger und Rinderhack wurden bei früheren Ausbrüchen schon als Infektionsquelle ermittelt. Die Lebensmittel können die Erreger dann beim Zubereiten oder Essen auf den Menschen übertragen. Daher ist es wichtig, einige Hygieneregeln in der Küche einzuhalten.

Wie kann ich mich bei der Zubereitung in der Küche schützen?

Die wichtigste Regel: Vor dem Kochen oder Salat schnipseln, sollten Sie immer gründlich Ihre Hände mit warmem Wasser und Seife waschen und mit einem sauberen Tuch abtrocknen. Waschen Sie zudem Rohkost (Salat und Obst), aber auch Fleisch vor dem Zubereiten gründlich mit Wasser. Um zu verhindern, dass Bakterien zum Beispiel vom Saft eines rohen Steaks auf den Blattsalat übergehen, sollten Sie Gemüse und rohes Fleisch nicht mit demselben Messer schneiden und auch nicht dasselbe Brettchen verwenden. Schrubben Sie das Brettchen nach dem Benutzen unter heißem Wasser und mit etwas Spülmittel ab und lassen es an der Luft trocknen. Wenn Sie gerne grillen: Achten Sie darauf, rohes Fleisch und zubereitete Salate zu trennen. Verwenden Sie verschiedenen Zangen für Steak und gefüllte Pilze.

Wie stark muss ich meine Speisen zum Schutz vor EHEC erhitzen?

Die Lebensmittel sollten eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius für 10 Minuten erreichen. Übrigens: Erhitzen Sie auch Speisen vom Vortag wieder sorgfältig.

Sterben die EHEC-Bakterien in der Tiefkühltruhe ab?

Nein. Tief gefrieren ist keine zuverlässige Methode, um EHEC-Bakterien abzutöten. Sie sind recht unempfindlich gegen Kälte. So tummeln sich beispielsweise andere Bakterien wie Salmonellen besonders gern in der Flüssigkeit von aufgetauten Lebensmitteln. Daher sollten Sie diese auf einem Sieb auftauen und und besser nicht in der Tauflüssigkeit liegen lassen. Doch auch ein saures Milieu – wie im menschlichen Magen – oder hohe Salzkonzentrationen machen den Bakterien nicht viel aus.

Was muss ich beim Lagern der Lebensmittel beachten?

Lagern Sie Speisen gut abgedeckt im Kühlschrank, am besten in geschlossenen Behältern. In die kälteste Zone (unten im Kühlschrank) gehört schnell Verderbliches wie rohe Wurst, Fisch und Fleisch. Milch und Joghurt kommen ins mittlere Fach, oben ist Käse und Geräuchertes gut aufgehoben. In die Türfächer gehören Eier, Butter sowie Getränke. Lagern Sie rohe Lebensmittel immer getrennt von bereits Gegartem.

Kann ich sonst noch Vorsorge in der Küche treffen?

Ja, wechseln Sie Spülschwämme und –bürsten sowie Lappen regelmäßig aus. Sie können Putzschwämme zudem in der Waschmaschine auskochen. Säubern Sie Ihre Arbeitsflächen und das Spülbecken nach der Zubereitung mit Spülmittel und heißem Wasser. Und generell gilt: Auch wer nicht in der Küche werkelt, sollte sich vor dem Essen gründlich die Hände waschen. Gerade bei kleinen Kindern, die mit Tieren in Kontakt kommen und öfter mal auf dem Boden oder im Sandkasten spielen, ist dies wichtig.

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