Der Versicherer hinter Ineas und LadyCarOnline-Auto­versicherungen steht vor dem Aus. Ein Gericht in Amsterdam hat Notverwalter einge­setzt. Die haben jetzt alle Versicherungs­verträge gekündigt. Der Schutz endet am Dienstag, 31. August, um 24 Uhr. Haft­pflicht­ansprüche von Unfall­opfern sind abge­sichert. Auf Kasko-Schäden können Versicherte allerdings sitzen bleiben. Auch der Haft­pflicht­schutz für Ineas- und LadyCarOnline-Versicherte ist löch­rig. test.de gibt Hinweise.

Güns­tige Angebote

Seit Ende der 90er-Jahre bot die Interna­tional Insurance Corporation (IIC) aus den Nieder­landen unter dem Namen Ineas und LadyCarOnline güns­tige Haft­pflicht- und Kasko-Versicherungen auch in Deutsch­land an. Brancheninsider gehen davon aus, dass rund 50 000 deutsche Auto­fahrer bei Ineas und LadyCarOnline versichert sind. Jetzt muss das nieder­ländische Unternehmen zum Konkurs­richter. Auf Antrag der nieder­ländischen Finanz­aufsicht ordnete das Gericht wegen nicht ausreichender finanzieller Leistungs­fähig­keit Ende Juni eine Notverwaltung an und setzte Sonder­beauftragte ein. Die suchten vergeblich nach einem Versicherer, der die Ineas- und LadyCarOnline-Verträge über­nimmt. Jetzt haben sie die Notbremse gezogen und alle Versicherungs­verträge zu Dienstag, 31. August, 24 Uhr, gekündigt.

Garan­tiefonds hilft Unfall­opfern

Folge der Insolvenz einer Auto­versicherung: Für Haft­pflicht­schäden springt der von der Versicherungs­wirt­schaft finanzierte Verein Verkehrs­opfer­hilfe e. V. als Garan­tiefonds ein. Unfall­opfer erhalten ihre Entschädigung in voller Höhe. Entgegen erster Einschät­zungen und zahlreicher Meldungen wird die Verkehrs­opfer­hilfe nach der Zahlung von Entschädigungen nicht bis zu 2 500 Euro Ersatz von Versicherten fordern. Allerdings steht inzwischen fest: Der Haft­pflicht­schutz ist einge­schränkt. Wenn eine andere Versicherung wie die Kasko-Versicherung des schuldlosen Unfall­opfers zahlt, die Sozialkassen Leistungen über­nehmen und der Arbeit­geber den Lohn fortzahlt, bleibt die Verkehrs­opfer­hilfe außen vor. In solchen Fällen sind Ersatz­forderungen gegen Ineas- und LadyCarOnline-Versicherte ohne weiteres möglich - auch wenn solcher Regress bislang nicht üblich und auch in Zukunft unwahr­scheinlich ist. Bei Kasko-Schäden steht fest: Einen Garan­tiefonds gibts nicht. Versicherte bekommen nur Geld, wenn die Sonder­beauftragten bei der IIC noch Vermögen sichern konnten.

Versicherte unter Druck

Ineas- und LadyCarOnline-Versicherte müssen sich jetzt schleunigst neuen Schutz suchen. Zahlreiche Versicherer bieten ihnen Verträge mit sofortigem Beginn an. Eine Kündigungs­bestätigung der IIC ist nicht erforderlich. Auch eine Sonderkündigung muss nur noch losschi­cken, wer auch für den Rest von August gezahlte Versicherungs­prämien noch zurück­fordern will. Bereits gezahlte Beiträge für die Zeit ab September hat die IIC von Gesetzes wegen zu erstatten. Allerdings: Ob und wie viel Geld dafür noch zur Verfügung steht, ist unklar. Möglicher­weise müssen Betroffene sich am Insolvenz­verfahren in den Nieder­landen beteiligten, um zu retten, was noch zu retten ist.

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