Die Zahlungs­schwierig­keiten der Interna­tional Insurance Corporation NV (IIC) mit ihren Ineas- und LadyCarOnline-Auto­versicherungen wirft immer noch Fragen auf. Immerhin: Beim Problem-Unternehmen versicherte Auto­fahrer müssen sich auch bei Unfällen im Ausland mit höchs­tens 2 500 Euro an Haft­pflicht­schäden beteiligen.

Selbst­beteiligung in Deutsch­land

In Deutsch­land gilt: die Verkehrs­opfer­hilfe entschädigt Opfer voll­ständig und kann vom Unfall­fahrer verlangen, ihr bis zu 2 500 Euro der Entschädigung zu ersetzen, wenn der Haft­pflicht­versicherer insolvent wird. Unklar blieb zunächst, was bei Unfällen im Ausland gilt. Das Pflicht­versicherungs­gesetz, das die Rück­forderung der Verkehrs­opfer­hilfe auf 2 500 Euro begrenzt, gilt ausdrück­lich nur für Unfälle in Deutsch­land. Jetzt haben die Verkehrs­opfer­hilfe und das Grüne-Karte-Büro Deutsch­land klar­gestellt: Auch bei Auslands­unfällen müssen Auto­fahrer mit keiner höheren Forderung rechnen.

Haftung bei Auslands­unfällen

Fest steht ohnehin: Opfer von Unfällen sind finanziell abge­sichert. Garan­tiefonds und Entschädigungs­einrichtungen gibt es - außer in Ungarn - in allen EU-Ländern. Die Entschädigung von Unfall­opfern über­nimmt zunächst das Grüne-Karte-Büro des Heimatlandes. Das rechnet dann mit der Verkehrs­opfer­hilfe in Deutsch­land ab. „Es entsteht kein Regress­recht, das über dasjenige, welches der Gesetz­geber in solchen Fällen in Deutsch­land theoretisch ermöglicht, hinaus­geht“, erklärt Katrin Rüter de Escobar. Sprecherin des Gesamt­verbandes der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV).

Ärger über zweifelhafte Information

Unterdessen sorgt die unter Notverwaltung stehende IIC für weiteren Ärger und Irritationen. Auf die Frage: „Kann ich jetzt kündigen und mich bei einem anderen Versicherung­unternehmen versichern?“ antwortet das Unternehmen in seinen FAQ im Internet: „Sie haben kein außer­ordentliches Kündigungs­recht, Ihre Prämien bleiben weiterhin bis zum Vertrags­ablauf fällig. Sofern Sie Ihre Kasko­deckung sicher­stellen wollen, empfehlen wir Ihnen, sich zusätzlich bei einer anderen Gesell­schaft zu versichern...“ ...und doppelt Prämien zu zahlen, ergänzt test.de. Die meisten Juristen und auch der Gesamt­verband der Versicherungs­wirt­schaft meinen: Kunden steht sehr wohl ein Recht zur sofortigen Sonderkündigung zu. Allerdings: Bereits an die IIC gezahlte Prämien könnten angesichts der Zahlungs­schwierig­keiten des Unter­nehmens so oder so verloren sein.

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[Update 27.07.2010] Inzwischen steht fest: Ineas- und LadyCarOnline-Versicherte haben trotz der Zahlungs­schwierig­keiten der IIC vollen Haft­pflicht­schutz. Der nieder­ländische Garan­tiefonds wird der deutschen Verkehrs­unfall­hilfe alle Schäden ersetzen. Hier der aktuelle Stand. Den jeweils aktuellen Stand der gesamten Bericht­erstattung zum Thema finden Sie unter www.test.de/ineas.

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