Das Investmenthaus Morgan Stanley Capital International (MSCI) stellt seine weltweit 11.000 Aktienindizes um und gewichtet die Anteile der in den Indizes vertretenen Unternehmen neu. Die New Yorker berücksichtigen künftig nicht mehr die Gesamtzahl der Aktien eines Unternehmens, sondern nur die Papiere, die tatsächlich gehandelt werden, den so genannten Free Float.

Bislang wurden auch die Aktien mitgezählt, die sich in Staatsbesitz befinden, Teil eines großen und unbeweglichen Privatvermögens sind oder mit einer Lock-up-Periode belegt sind, wie etwa bei Neuemissionen üblich: Vorstände und Altaktionäre dürfen ihre Aktien erst nach einem halben Jahr verkaufen.

Die Umstellung soll im November beginnen und bis zum 31. Mai 2002 abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen mit. Als Folge der Umstellung könnten von den weltweit in die Nachbildung der MSCI-Indizes investierten 3.500 Milliarden US-Dollar etwa 635 Milliarden US-Dollar umgeschichtet werden. In der Regel haben die Umschichtungen schon stattgefunden.

Die MSCI-Indizes dienen Analysten, Fondsmanagern und Anlegern als Vergleichsmaßstab für Branchen, Regionen und Länder. Auch das Finanztest-Fondsranking nimmt sich die MSCI-Indizes zum Maßstab. An der Bewertungsmethode ändert die Umstellung nichts. Das Gewichten nach Free Float ist in Mode. Die Stoxx-Familie von Dow Jones hat dies bereits im September 2000 getan, die Financial Times Stock Exchange (FTSE) in London am 15. Juni dieses Jahres. Seit dem 1. Oktober dieses Jahres hat auch in der Schweiz die Umstellung auf Free Float begonnen. In Deutschland wartet man wegen der möglichen Auswirkungen der Unternehmensteuerreform noch bis 1. Juni 2002. Auch die Umstellung des Dax wird Umschichtungen bereits im Vorfeld auslösen, wenn die Deutsche Börse Anfang nächsten Jahres die Liste der betroffenen Firmen veröffentlicht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 55 Nutzer finden das hilfreich.