Individuelle Gesund­heits­leistungen Meldung

Patienten finden kaum gute schriftliche Infos über individuelle Gesund­heits­leistungen (IGeL), die sie beim Arzt selbst zahlen müssen. Das zeigt eine Unter­suchung im Auftrag des Bundes­verbraucher­schutz­ministeriums. Auch mündlich klären Ärzte nur unzu­reichend über Nutzen und Risiken der IGeL auf. Das hat ein Umfrage der Verbraucherzentralen bereits im Oktober enthüllt.

Mängel bei schriftlichen Infos über IGeL

Ärzte bieten Patienten immer mehr individuelle Gesund­heits­leistungen (IGeL) an, deren Kosten die Krankenkassen nicht über­nehmen. 2011 bekam jeder vierte Versicherte mindestens eine Zusatz­leistung. Etwa 350 Angebote sind inzwischen bekannt. Oft ist der Nutzen nicht ausreichend belegt oder einfach unklar. Und hinzu kommt: Es gibt über IGeL zwar eine Fülle an schriftlichen Informationen – aber kaum gute. Das zeigt eine Unter­suchung im Auftrag des Bundes­verbraucher­schutz­ministeriums. Dafür über­prüften Forscher vom IGES Institut Infomaterial anhand eines eigens entwickelten Katalogs mit 22 Qualitäts­kriterien. Das Ergebnis: Nur wenige Angebote wurden den Anforderungen gerecht. Als besonders unzu­verlässig erwiesen sich Infoblätter und Infobroschüren aus Arzt­praxen. Am besten schnitt der Igel-Monitor ab, ein Internetportal vom Medizi­nischen Dienst der Krankenkassen. Dort finden Verbraucher allgemeine Infos und spezielle Bewertungen zu einzelnen Leistungen. Das Portal soll laufend erweitert werden. Derzeit deckt es allerdings erst einen Bruch­teil aller Angebote ab.

Verbraucher­schutz­ministerin alarmiert

„Unsere Unter­suchung unter­streicht die Notwendig­keit einer besseren Aufklärung über IGeL – zumal durch den medizi­nischen Fort­schritt laufend neue hinzukommen“, betonte Bundes­verbraucher­schutz­ministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Reports. „Die für die Unter­suchung entwickelten Qualitäts­kriterien können helfen, in Zukunft besseres Informations­material bereit­zustellen.“ Sie werde diesbezüglich auf die Ärzte­verbände zugehen. Ihr Rat an Patienten: „Wenn Sie IGeL angeboten bekommen, fragen Sie kritisch nach.“

Schlecht beraten beim Arzt

Von sich aus geben Ärzte nur unzu­reichende mündliche Infos über Igel. Das zeigte eine Umfrage, die die Verbraucherzentralen im Oktober vorstellten Umfrage zu IGeL-Untersuchungen. Fast die Hälfte aller Befragten gab demnach an, nicht darüber informiert worden zu sein, welchen Vorteil ihnen die jeweilige individuelle Gesund­heits­leistung bringen könnte. Noch drastischer sah es bei der Aufklärung über mögliche Risiken aus: Mehr als 73 Prozent der Betroffenen wurden entweder nicht informiert oder konnten sich nicht erinnern, mit ihrem Arzt über Risiken des Gesund­heits-Checks gesprochen zu haben.

Krebs-Früh­erkennung wird am meisten genutzt

Mehr als 1 700 Menschen beteiligten sich von April bis Juni dieses Jahres an der nicht repräsentativen Online-Befragung der Verbraucherzentralen. Das Glaukom-Scree­ning auf grünen Star, Ultra­schall der Eier­stöcke zur Krebs­früh­erkennung und der PSA-Test zur Früh­erkennung von Prostata­krebs sind danach die häufigsten IGeL, die in den letzten zwölf Monaten in Anspruch genommen wurden.

Was Patienten bei IGeL-Leistungen beachten sollten

Ärzte haben bestimmte Pflichten, die sie im Zusammen­hang mit individuellen Unter­suchungen und Behand­lungen einhalten müssen. Worauf Patienten bei IGeL-Leistungen achten sollten, hat die Stiftung Warentest zusammengefasst: IGeL: Schriftlich zustimmen.

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