Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) Meldung

Immer häufiger werden Kassenpatienten vom Arzt „Extras“ angeboten. Immer mehr gehen darauf ein – und zahlen zu.

Etwa jedem vierten Kassenpatienten werden innerhalb eines Jahres beim Arzt Zusatzleistungen angeboten. Damit wird bereits ein Umsatz von etwa 1 Milliarde Euro erzielt.

Ratgeber: An Patienten richtet sich jetzt ein Ratgeber mit dem Titel „Selbst zahlen?“der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, veröffentlicht unter der Adresse www.aezq.de. Er erklärt, was individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind, warum Patienten dafür selbst zahlen müssen und worauf jeder achten sollte, der vom Arzt eine solche Leistung angeboten bekommt oder sie von sich aus wünscht.

Checkliste: Dieser Ratgeber hilft dabei, dem Arzt die „richtigen Fragen“ über IGeL zu stellen („Fragen ist ihr gutes Recht – und Fragen kostet nichts“). Enthalten sind unter anderem eine IGeL-Checkliste („Bin ich von meinem Arzt über die Kosten informiert worden?“), Handlungswegweiser, kompakte Übersichten zu Informationspfaden und Angaben zu Verträgen und Vertragsgestaltung. Werden acht von neun Fragen positiv beantwortet, ist die Beratung gut.

Hitliste: An der Spitze der IGeL-Leistungen liegen Ultraschalluntersuchungen, Augeninnendruckmessungen und ergänzende Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Frauen.

Tipp: Die Liste erleichtert Patienten, die richtigen Fragen an den Arzt zu stellen. Erklärungen, wann von einem „Nutzen“ gesprochen werden kann, gibt die Checkliste aber nicht. Für die Krebsfrüherkennung oder Schwangerenvorsorge finden Sie diese in Ratgebern der Stiftung Warentest.

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