Verträge über Indexzertifikate sind keine Börsentermingeschäfte. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH-Urteil vom 13. Juli 2004, Az. XI ZR 178/03). Deshalb ist keine besondere Risikoaufklärung nach Paragraph 37 d des Wertpapierhandelsgesetzes nötig.

Indexzertifikaten fehlt zum einen der für Termingeschäfte typische hinausgeschobene Erfüllungszeitpunkt, sagt der BGH. Wer ein Indexzertifikat kauft, erwirbt eine Bankschuldverschreibung. Der Kaufpreis ist sofort fällig. Er richtet sich nach dem aktuellen Stand des Indexes, der dem Zertifikat zugrunde liegt.

Zum anderen fehlt Indexzertifikaten die für Termingeschäfte ebenfalls typische Hebelwirkung. Der Preis des Zertifikats ändert sich im gleichen Maß wie der Index und nicht um ein Mehrfaches.

Auch die Gefahr des Totalverlusts besteht bei Indexzertifikaten nicht in dem für Termingeschäfte typischen Maß. Während etwa Optionsprämien durch bloßen Zeitablauf ihren Wert verlieren können, ähnelt das Kursrisiko von Indexzertifikaten dem von Aktien.

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