Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Indexzertifikate entwickeln sich im Wert exakt so wie der Index, auf den sie sich beziehen. Mit anderen Worten: Wenn Inhaber eines Dax-Zertifikats abends in der Tagesschau den Börsenbericht sehen, wissen sie auch schon, was aus ihrer Investition geworden ist. Ganz ähnlich funktionieren Indexfonds: Auch bei ihnen investiert der Anleger direkt in eine Index-Aktienmischung. Dennoch: Beide Anlageformen haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Finanztest erklärt Chancen und Risiken und sagt, welche Indexzertifikate und -fonds günstig sind.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Indexfonds

Manager nützen oft nichts

Eigentlich müssten herkömmliche Aktienfonds besser sein als der jeweils passende Index. Schließlich bekommen die Investmentbanker viel Geld dafür, dass sie das Geld der Anleger möglichst gewinnbringend in Aktien investieren. Die besten Fonds sind auch besser als der Vergleichsindex. Aber: Der Großteil der Anbieter schafft es nicht, den Index zu schlagen. Da liegt die Idee nah, das Geld für die Fondsmanager einzusparen und direkt in den Index zu investieren. Vorteil für Anleger: Sie brauchen keine besonderen Kurse zu verfolgen. Die Entscheidung über Kauf oder Verkauf hängt allein von der Einschätzung zur Entwicklung des betreffenden Aktienmarktes ab.

Hoffnung auf Punktgewinn

Erste Möglichkeit: Der Kauf von Indexzertifikaten. Das sind im Grunde einfache Schuldverschreibungen. Typisches Beispiel: Der Anleger bezahlt für ein Zertifikat je Dax-Punkt einen Cent. Beim Verkauf läufts genau umgekehrt. Mit anderen Worten: Bei jedem Punkt, um den der Dax steigt, gewinnt der Inhaber eines solchen Papiers einen Cent. Beim Kauf von Zertifikaten auf ausländische Indizes wie den amerikanischen S&P 500 oder den japanischen Nikkei 225 kommt noch Währungsrisiko oder -chance hinzu. Investiert wird meist der am Kauftag dem Euro-Betrag entsprechende Gegenwert in Index-Währung. Ausnahme: Indexzertifikate mit Währungsabsicherung.

Kostengünstig investieren

Vorteil von Indexzertifikaten: Sie sind besonders einfach zu handhaben und können bei Banken, Online-Brokern und sogar direkt bei Euwax oder Zobex geordert werden. In der Regel fallen keinerlei laufende Kosten an, die die Rendite schmälern. Der Ausgabeaufschlag liegt meist unter 0,5 Prozent. Was bleibt, sind die Bank- oder Brokergebühren. Sie liegen häufig zwischen 15 und 30 Euro. Nachteil von Zertifikaten: Außer sinkenden Kursen kann die Pleite des Anbieters dem Anleger Verluste bescheren. Doch das Insolvenzrisiko ist gering. Hinter allen Zertifikaten in der Finanztest-Untersuchung stehen Großbanken, bei denen selbst in wirklich schwierigen Situationen noch lange keine Pleite in Sicht ist.

Sicherheit vor Anbieterpleite

Der zweite Weg, direkt von Dax, MSCI & Co. zu profitieren, ist der Kauf von Indexfonds. Bei Ihnen kauft die Fondsgesellschaft Aktien exakt in der Index-Mischung. Aktien werden nur dann ge- oder verkauft, wenn sich die Zusammensetzung für die Errechnung des Index ändert. Auch hier gilt: Investiert wird in der Regel in der Index-Währung. Zusätzlich zur Kursentwicklung kann die Entwicklung der Devisenmärkte die Rendite beeinflussen. Nachteil von Indexfonds gegenüber -zertifikaten: Die Verwaltung von Indexfonds ist aufwendiger als die Ausgabe von Zertifikaten. An der Rendite knabbern bis zu 6,0 Prozent Ausgabeaufschlag und jährliche Kosten zwischen 0,5 bis 1,18 Prozent der Anlagesumme. Wegen der laufenden Kosten bleibt die Wertentwicklung von Indexfondsanteilen immer etwas hinter dem Index zurück. Vorteil der Fondslösung: Wenn der Anbieter Konkurs macht, bleibt das Vermögen der Anleger unberührt.

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