Swap-ETFs: Indexfonds aus der Retorte

Normalerweise bilden Indexfonds einen Index ab, indem sie alle im Index enthaltenen Aktien kaufen – und zwar im gleichen Verhältnis wie im Index. Die Methode macht das Geschäft für Anleger gut nachvollziehbar, aber sie ist recht umständlich und teuer. Bei ­Indizes mit sehr vielen Einzeltiteln wird der Aufwand, den Index exakt nachzubauen und ständig aktuell zu halten, unverhältnismäßig hoch.

Wertentwicklung im Tausch

Swap-ETFs (ETF steht für Exchange Traded Fund = börsengehandelter Fonds) eröffnen den Fondsgesellschaften eine elegante Möglichkeit, jeden Index nachzubauen, ohne die Indexaktien zu kaufen. Sie nehmen einen beliebigen Aktienkorb und koppeln ihn an ein Tauschgeschäft (swap heißt auf Deutsch tauschen), das sie mit einer Bank oder einem Finanzdienstleister abschließen. Der Geschäftspartner von db x-trackers ist die eigene Muttergesellschaft, die Deutsche Bank.

Der Tauschpartner sorgt dafür, dass die Indexentwicklung stets aktuell nachgezeichnet wird. Er besitzt die im Index vorhandenen Aktien tatsächlich und liefert der Fondsgesellschaft täglich die Differenz, die zwischen dem ­indexfernen Aktienkorb und dem abzubildenden Index besteht.

Die Kontrakte, die dieses Geschäft besiegeln, sind die eigentliche Risikoposition im Fondsvermögen. Ginge der Geschäftspartner pleite, wären sie wertlos. Sie dürfen maximal 10 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

Riesiges Angebot

Swap-ETFs haben das Spektrum der Indexfonds enorm erweitert. Fondsgesellschaften können nun leicht Indexfonds auf exotische Märkte wie Vietnam oder auf alle erdenklichen Branchenindizes anbieten.

Neu ist auch die Möglichkeit, unmittelbar in fallende Aktienkurse zu investieren. Früher ging das nur über hochriskante Optionen oder Hebelzertifikate. Mit Fonds auf den ShortDax oder andere entgegengesetzte Indizes können nun auch Normalanleger von schlechten Börsenphasen profitieren oder ein sehr aktienlastiges Depot absichern.

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