Indexfonds Test

Anlagecheck vor der Tagesschau: Einen Indexfonds auf den Dax können Anleger von der Couch aus verfolgen.

Mit Indexfonds können Anleger nicht viel falsch machen. Wenn „ihr“ Aktien- oder Rentenmarkt gut läuft, sind sie automatisch mit von der Partie. Unter den börsengehandelten Indexfonds gibt es sehr günstige Angebote.

Indexfonds sind berechenbar. Anleger können sicher sein, dass ihr Fonds stets parallel zu dem Index ihrer Wahl läuft.

Wenn der Dax um 1,2 Prozent zulegt, steigt ein Dax-Fonds ebenso stark, geht der Index um 0,5 Prozent zurück, hat auch der Anleger ein halbes Prozent eingebüßt.

Zwar bleibt jeder Indexfonds wegen seiner laufenden Kosten ein klein wenig hinter dem Index selbst zurück, aber das macht sich kurzfristig kaum bemerkbar.

Am Weltaktienmarkt teilhaben

Indexfonds gibt es nicht nur auf den Dax, sondern auch auf viele andere Aktienindizes – deutsche, europäische oder globale Indizes. Wie unser Fondstest Monat für Monat beweist, sind sie nicht die schlechteste Wahl. Sie schneiden besser ab als ­viele gemanagte Fonds (siehe „Stichwort“). Wir haben wichtige Indizes in unseren Fondstabellen mitbewertet.

In der wichtigsten Gruppe, den Aktienfonds Welt, schaffte es nicht einmal ein Drittel der von uns untersuchten Fonds, den MSCI Welt zu schlagen. Dieser von der US-Bank Morgan Stanley berechnete Index ist ein guter Spiegel der globalen ­Aktienmärkte. Auch für Länder oder Regionen haben sich die Indizes von Morgan Stanley (MSCI) als Messlatte bewährt.

Der globale Aktienmarkt hat in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt um 8,4 Prozent pro Jahr zugelegt. Auch über noch längere Zeiträume gab es Wertzuwächse in ähnlicher Größenordnung. Wer darauf vertraut, dass dies so bleibt, kann sich mit einem Indexfonds auf den MSCI Welt bequem an die Entwicklung ankoppeln.

Breit gestreut auf Europa setzen

Als Basisaktieninvestments empfehlen wir neben Aktienfonds Welt auch Aktienfonds Europa und Euroland. Sie bieten eine hinreichend breite Streuung über verschiedene Länder und Branchen. Für beide Regionen können Anleger Indexfonds kaufen. Die bekanntesten Indizes sind der Stoxx 50 und der Eurostoxx 50. Sie enthalten ­jeweils 50 Aktien europäischer Großkonzerne mit Weltgeltung. Gut informierte Anleger kennen einen Großteil dieser Unternehmen und wissen deshalb genau, in was sie investieren. Dennoch halten wir eine breitere Streuung für günstiger.

Wir empfehlen deshalb Indexfonds auf den 600 Aktien starken DJ Stoxx 600 für Europa und den etwa 300 Aktien umfassenden DJ Eurostoxx für Euroland. Als ­Alternativen kommen für beide Märkte die MSCI-Indizes infrage.

Für Anleger, die auf Deutschland setzen wollen, ist der MSCI-Index erste Wahl. ­Allerdings fanden wir nur einen einzigen Indexfonds auf den MSCI Deutschland, den Fonds Balzac Germany Index.

Viel größer ist die Auswahl an Indexfonds auf den Dax. Er repräsentiert mit den 30 wichtigsten deutschen Unternehmen zwar die Crème de la Crème der einheimischen Wirtschaft, aber seine Wertentwicklung ist biederer Durchschnitt. Zurzeit gibt es 28 gemanagte Aktienfonds mit besserer Finanztest-Bewertung.

Der MSCI Deutschland hat mit einem Plus von 34,1 Prozent im vergangenen Jahr etwas besser abgeschnitten als der Dax mit 33,2 Prozent. Auch über fünf Jahre war der MSCI besser.

Dafür ist der Dax in der Berichterstattung allgegenwärtig. Den aktuellen Indexstand finden Anleger nicht nur in der ­Tageszeitung, sondern bekommen ihn auch in Fernseh- und Rundfunknach­richten serviert. Einfacher lässt sich eine Anlage am Aktienmarkt nicht verfolgen.

Spezialfonds nur gering gewichten

Neben den Indexfonds auf MSCI, Stoxx und Dax gibt es Indexfonds auch für viele andere Märkte. Anleger können sich auf diese Weise in verschiedenen Ländern oder einzelnen Branchen engagieren. Spezielle Ideen sind aber mit erhöhtem Risiko verbunden. Anleger sollten Indexfonds auf den deutschen TecDax oder auf europäische Pharmaaktien nur als Beimischung mit höchstens 10-prozentiger Gewichtung ins Depot nehmen.

Selbst in Rentenmärkte können Anleger mit Indexfonds investieren. Das ist besonders immer dann sinnvoll, wenn der Index ­deutlich besser abschneidet als der Durchschnitt der Fondsgruppe. Bei den Rentenfonds Euro mit mittlerem Risiko steht der Citigroup-Index ganz oben.

Besser im Börsenhandel

Indexfonds sind nicht nur äußerst trans­parent, sondern meist auch sehr kostengünstig. Im besten Fall zahlt der Anleger kaum Gebühren beim Kauf und muss nur minimale laufende Kosten zahlen. Je niedriger die jährlichen Gebühren sind, desto näher bleibt der Fonds am Index.

Besonders günstige Angebote finden Anleger unter den Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Ihre laufenden Kosten sind meist niedriger als bei Indexfonds, die in denselben Index investieren, aber nicht an der Börse notiert sind.

Zum Beispiel liegt die Gesamtkostenquote des börsengehandelten Dax-Fonds der Deutschen Bank unter 0,2 Prozent des durchschnittlichen Fondsvolumens. Die anderen, nicht im Börsenhandel erhältlichen Dax-Fonds kommen auf mindestens 0,5 Prozent. Manchmal sind es sogar über 1 Prozent.

Aber aufgepasst: Nicht jeder börsengehandelte Indexfonds glänzt mit niedrigen Kosten. So ist der OP Dax-Werte deutlich teurer als die Dax-Fonds von ­Indexchange und der Deutschen Bank.

Den Spread beachten

Wer einen Indexfonds über die Börse ­kaufen möchte, sollte ein Auge auf den Spread haben. Das ist die Differenz zwischen ­Angebots- und Nachfragekurs, auch Geld-Brief-Spanne genannt.

Fast jeder kennt den Zusammenhang vom Geldumtausch in eine andere Währung. Beim Kauf zahlen sie stets den höheren Kurs, bei der Rückgabe müssen sie mit dem niedrigeren Kurs vorlieb nehmen.

Der Spread hat also unmittelbaren Einfluss auf die Rendite einer Geldanlage und sollte möglichst gering sein. Bei den Dax-Fonds der Deutschen Bank und von ­Indexchange ist er kaum nennenswert, bei den Fonds auf die Stoxx-Europa-Indizes liegt er teilweise über 1 Prozent.

In diesen Fällen kann sogar der Kauf ­eines nicht börsennotierten Fonds günstiger sein – vorausgesetzt, der Anleger ­bekommt ihn ohne Ausgabeaufschlag. Die meisten Indexfonds werden auch über Fondsvermittler im Internet vertrieben. Wer dort kauft, muss häufig gar keinen Ausgabeaufschlag zahlen.

Die Alternative zu Indexfonds sind Indexzertifikate. Die Auswahl ist riesig. Die Zertifikate sind meist noch billiger als ­Indexfonds. Für langfristig orientierte Anleger haben die Fonds aber einen Vorteil: Bei Zertifikaten gibt es stets ein Ausfallrisiko, wenn auch ein sehr geringes. Geht der Emittent Pleite, ist das Zertifikat wertlos, egal wie der Index steht.

Das kann bei einem Indexfonds nicht passieren. Er investiert in reale Aktien oder Anleihen, das Anlegergeld ist als Sondervermögen bei einer Bankenpleite tabu.

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